Kleine Könige bringen Segen

Die Uetzer Sternsinger besuchen heute noch Gemeindemitglieder, die sich vorher dafür angemeldet haben.
 
Stefan Hoffmann gibt den Sternsingern noch einige Tipps mit auf den Weg.

Sternsinger der katholischen Gemeinden sind in Uetze und Burgdorf unterwegs

UETZE/BURGDORF (fh). „Es ist schön anderen Kindern zu helfen und singen macht einfach Spaß“ - darin sind sich Julia, Hanna, Jamila und Lukas einig. Sie sind diese Woche als kleine Könige durch Uetze gezogen. Zusammen mit 26 weiteren Kindern haben sie bei der Sternsinger-Aktion der katholischen St. Matthias-Gemeinde in Uetze und Dollbergen mitgemacht. Am heutigen Dreikönigstag sind sie noch einmal in der Gemeinde unterwegs.
Sie besuchen Uetzer Bürger, die sich vorher dafür angemeldet haben. Bei ihren Besuchen schreiben die Kinder das Kreidezeichen „20*C+M+B+18“ an die Haustüren. Es symbolisiert den Segen Christi (siehe unten). Außerdem stellen sie die Aktion vor, sammeln Spenden und singen drei thematisch passende Lieder. Julia hat es in diesem Jahr besonders das Lied „Gott segne euch“ angetan. „Ich mag den Text und die Melodie“, sagt die Zehnjährige.
Bei den Proben hatten die jungen Sänger wieder professionelle Unterstützung: Die Uetzerin Beatrix Jütten, die an der Staatsoper in Hannover singt, hat die Lieder mit ihnen eingeübt. Zusammen mit Stefan Hoffmann unterstützt Jütten die Sternsingeraktion ihrer Gemeinde seit vielen Jahren. Er ist für die Organisation zuständig, sie für den musikalischen Part. Wenn sie Zeit hat, begleitet sie die Kinder auch mit der Gitarre.
Eine klassische Sternsingergruppe besteht aus den Heiligen Drei Königen Caspar, Melchior und Balthasar und einem Sternträger, der mit einem großen goldenen Stern vorweggeht. „In Uetze sind aber meist ein paar mehr Kinder zusammen unterwegs. Dann klingt der Gesang auch gleich ein bisschen voller“, sagt Hoffmann.
Mit den Besuchen wollen die Sternsinger nicht nur den Gemeindemitgliedern eine Freude machen, sondern sammeln auch Spenden. Sie kommen einer Vielzahl von Hilfsprojekten für Kinder zugute. Jedes Jahr gibt es dabei ein anderes Schwerpunktthema. In diesem Jahr geht es um Kinderarbeit in Indien und weltweit. „Bei unseren Vorbereitungstreffen haben die Kinder nicht nur die Lieder geübt, sondern sich auch mit dem Jahresthema beschäftigt“, so Hoffmann.
Auch in Burgdorf sind wieder Sternsinger unterwegs. Sie sind aber etwas später dran. Während die Aktion in Uetze mit dem heutigen Dreikönigstag endet, geht es für die Burgdorfer erst los. Im morgigen Sonntagsgottesdienst der St. Nikolaus-Gemeinde werden die Sternsinger feierlich ausgesandt. Die Messe beginnt um 11 Uhr in der Kirche, Im Langen Mühlenfeld 19. Anstelle einer Predigt wird in dem Gottesdienst ein Sternsingerhausbesuch exemplarisch nachgespielt.
Neben den klassischen Besuchen bei Gemeindemitgliedern zu Hause im Laufe der nächsten Woche besuchen die Burgdorfer Sternsinger am 14. Januar auch die Sonntagsgottesdienste in den evangelischen Kirchen St. Paulus und St. Pankratius. Von 11 Uhr an schließt sich dann der Rückkehrergottesdienst in der St. Nikolaus-Kirche an.
Das Sternsingen ist eine Aktion des Kindermissionswerkes der katholischen Kirche Deutschland in Kooperation mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Zum ersten Mal fand es 1959 statt. Seitdem verkleiden sich jedes Jahr bundesweit viele Kinder aus den katholischen Gemeinden als die Heiligen Drei Könige und ziehen von Haus zu Haus, um den Segen Christi zu bringen und für Kinder in Not zu sammeln.

20*C+M+B+18 - die Segensformel der Sternsinger

Das Kreidezeichen, das auf den ersten Blick ein bisschen kryptisch wirkt, ist eigentlich leicht erklärt. Die Zahlen am Anfang und am Ende ergeben zusammen die jeweilige Jahreszahl, jetzt also 2018. Der Stern steht für den Stern von Bethlehem, dem die drei Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Die drei Pluszeichen stellen Kreuze dar uns symbolisieren den Segen „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Ein bisschen kniffliger wird es bei den Buchstaben. Sie stehen nämlich nicht für die Namen der Könige Caspar, Melchior und Balthasar, sondern für die Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus.