Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Diakonieverband begrüßt Urteil des Verfassungsgericht zu Hartz IV- Sätzen

ALTKREIS BURGDORF (r/jk). Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes vom Diakonieverband Hannover-Land, einem Zusammenschluss der Kirchenkreise Burgwedel- Langenhagen, Burgdorf, Ronnenberg, Laatzen- Springe und Neustadt- Wunstorf mit etwa hundert Kirchengemeinden in der Region Hannover, begrüßt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, in dem insbesondere die Sätze für Kinder als verfassungswidrig erklärt wurden. Als Träger von diakonischen Beratungsstellen und Einrichtungen, die Familien unterstützen, erlebe der Diakonieverband seit langem, wie Eltern mit den Hartz IV- Sätzen nicht auskommen.
„Es ist gut, dass endlich deutlich gemacht wird, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, deren Bedarf man einfach runterrechnen kann. Diese Feststellung hilft in der Diskussion, die bewusst auf die Kinder als soziale Wesen hinweist, die im Bereich von Bildung und Freizeit unterstützt werden müssen, statt sie zuerst als Verursacher von Kosten anzusehen. Das Urteil ist ein Schritt Richtung kinderfreundlicher Gesellschaft, von der wir immer noch weit entfernt sind,“ sagt Müller-Brandes.
Stimmen, die behaupten, dass ein erhöhter Satz für Kinder den Missbrauch des Geldes durch die Eltern nur vergrößern, decke sich nicht mit den Erfahrungen der Sozialarbeiter in den Kirchenkreisen, der Mitarbeiter der Jugendwerkstätten oder des Umsonstladens, denn gerade einkommensschwache Eltern sehen zu, ihre Kinder bestmöglich auszustatten. In der Regel verzichten sie lieber selber auf Güter des täglichen Bedarfs, um ihre Kinder die Armut nicht so spüren zu lassen.