Keine Verkehrstoten in 2017 im Bereich des PK Lehrte

Polizeihauptkommissar Bernd Steindam erläuterte die Verkehrsstatistik für den Bereich Lehrte/Sehnde im letzten Jahr.

Unfallzahlen gehen zurück - Weniger Schwerverletzte - Handynutzung großes Problem

VON DANA NOLL

LEHRTE. Was lange währt, wird gut! Die Kreuzung Marktstraße/Berliner Allee ist seit vielen Jahren Unfallschwerpunkt im Raum Lehrte. Ursächlich war dafür die Regelung der Lichtsignalanlage. Hierbei mussten die Fahrzeugführer, die aus Richtung Bahnunterführung Berliner Allee auf die Kreuzung fuhren, ganz genau die Signalgeber beachten. Unaufmerksame Verkehrsteilnehmer übersahen hier schnell das Rotlicht, da sie irrtümlich das Grünlicht der Rechtsabbieger als das für sie geltende Lichtsignal hielten. Der querende Verkehr aus der Marktstraße/Bahnhofseite konnte so durch die Sichteinschränkung nicht mehr rechtzeitig reagieren und so krachte es regelmäßig zur Hauptverkehrszeit. Zahlreiche Maßnahmen der Verkehrsunfallkommission wie veränderte Ampelschaltungen, bauliche Maßnahmen oder erneute Fahrbahnmarkierungen wurden umgesetzt. Vermutlich durch das Versetzen der Lichtsignalgeber konnte nun dieser Streckenabschnitt deutlich entschärft werden. Seit März 2017 kam es hier zu keinem Unfall mehr!
Insgesamt krachte es im Zuständigkeitsbereich des PK Lehrte (inklusive Sehnde) etwas weniger als im Vorjahr. Hier sanken die Unfälle von 1.541 in 2016 auf 1.507 in 2017. Insgesamt wurden weniger Personen leicht (228 Menschen) oder auch schwer verletzt (23 Menschen). Darunter waren 109 ungeschützte Verkehrsteilnehmer, das heißt Rad- und Kradfahrer sowie Fußgänger. Glücklicherweise wurden im letzten Jahr keine Personen bei einem Verkehrsunfall im PK Lehrte getötet.
Unter den 1.507 Verkehrsunfällen im Jahr 2017 gab es 359 Verkehrsunfallfluchten (plus 7 Prozent). Der deutliche, positive Trend, der noch 2016 erkennbar war, setzte sich 2017 leider nicht fort.
"Der weit verbreitete Irrglaube, ein Zettel an der Scheibe würde reichen, ist nicht richtig. Es muss mindestens eine halbe Stunde gewartet und die Polizei benachrichtigt werden", so der Leiter Einsatz- und Streifendienst Bernd Steindam.
Die Verkehrsstatistik zeigt auch eine deutliche Zunahme bei Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss, von 17 Fällen in 2016 auf 27 in 2017. Und auch die intensive Verkehrsüberwachung in Lehrte sowie Sehnde im letzten Jahr zeigt, dass deutlich mehr Fahrzeugführer unter Einfluss von Alkohol oder auch Drogen stehen.
Ein großes Problem, trotz kampagnenreicher und präventiver Maßnahmen, ist die Ablenkung beim Führen eines Fahrzeuges hauptsächlich durch Mobiltelefone. So wurden immer noch 436 Verstöße bei den Verkehrsüberwachungen festgestellt - die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Mit 615 Verstößen ist die Gurtanlegepflicht weiterhin Spitzenreiter. Insgesamt wurden 669 Verkehrsordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt und 1.883 Verwarnungen ausgesprochen.