Keine Bäume und Buchten in der Blücherstraße

Karen Warnecke, Rainer Herbst, Alfred Baxmann und Silke Vierke (v.li.) standen den „Blücherstraßen”-Anliegern zum geplanten Ausbaukonzept Rede und Antwort. Foto: Georg Bosse (Foto: Georg Bosse)

Anlieger-Anhörung zur Straßengrundsanierung

BURGDORF (gb). Auf der Prioritätenliste der städtischen Straßennetzsanierung hat es jetzt die „Blücherstraße“ (zwischen „Heinrichstraße“ und „Nassen Berg“) bis an die erste Stelle geschafft. Burgdorfs Tiefbauabteilung plant, Ende April mit einer Grundsanierung zu beginnen, die die komplette Erneuerung der Fahrbahn, der Gehwege und Gossen, des Mischwasserkanals und der Hausanschlüsse, die Herstellung von Parkbuchten mit Grünflächen und Bäumen sowie die neue Verlegung von Gas-, Wasser- und Stromleitungen durch die Stadtwerke Burgdorf vorsieht.
Aber das Konzept, das Tiefbauamtsleiter Rainer Herbst für „das beste Konzept“ hält, erhitzt die Gemüter der Anlieger, die anschließend zur Kasse gebeten werden sollen, wie er am vergangenen Mittwochabend bei einer Informations- und Anhörungsveranstaltung im Ratssaal des Schlosses unschwer feststellen musste.
Ganz abgesehen davon, dass mancher Anwohner die Komplettsanierung in Frage stellte, hielt eine Mehrzahl der etwa 35 anwesenden Betroffenen besonders die von der Verwaltung gewollten Bäume und Buchten für eine „Zumutung“, da man einen erheblichen Verlust von dringend benötigtem Parkraum befürchtet.
Die umfassenden Baumaßnahmen seien durch die mittlerweile 80 Jahre alte, marode Kanalisation ausgelöst worden, verteidigte Rainer Herbst das Vorgehen, dass voraussichtlich Ende Juli seinen Abschluss finden soll. Dann werden rund 340.000 (geschätzte) Euro verbaut und verbuddelt worden sein, von denen nach Gesetzeslage 75 Prozent von den anliegenden „Blücher“-Grundstücks- und Gebäudeeigentümer über die sogenannten „Straßenausbaubeiträge“ zu finanzieren sind. Diese Umlage könne sich noch um zirka 10 Prozent verringern, wenn die Stadtwerke durch Verhandlungen dazu bewegt werden könnten, sich an den Baukosten anteilig zu beteiligen, versuchte Bürgermeister Baxmann, den Maßnahme-Kritikern ein wenig Wind aus den Segeln zu nehmen. 
Diese hatten auch moniert, kurzzeitig erst am 20. Januar 2010 von den Straßensanierungsplänen erfahren zu haben. Dem entgegnete der Bürgermeister: „Das Verfahren ist mit der heutigen Veranstaltung transparent, wird ihre Einwände berücksichtigen und ist bislang entscheidungsoffen.“ Darüber hinaus werde über den Standard der Straßensanierung am Montag, 22. Februar, im Umwelt- und Verkehrsausschuss beraten und politisch entschieden. Und das sei das richtige Gremium, um alle Einwände und Vorschläge vorzutragen, damit sie Eingang in die Überlegungen der kommunalen Ausschussmitglieder finden können, so Baxmann. Die dann daraus resultierende (politische) Entscheidung würde anschließend vom Verwaltungsausschuss (VA) voraussichtlich am Dienstag, 2. März, entschieden.