JVA-Shop in Burgdorf ging an den Start

Krimhild Timmermans-Eike (Anstaltsleiterin JVA Sehnde), Christiane Jesse (Niedersächsisches Justizministerium) und Jens Klotzsch (Justizvollzugsarbeitsverwaltung des Landes Niedersachsen) gaben den Startschuss zum neuen JVA-Shop (v.l.). (Foto: Dana Noll)

Erfolgreiches Konzept wird weitergeführt und ausgebaut

BURGDORF (dno). Mit fast 200 verschiedenen Artikeln, rund 500 Klicks pro Tag und einer verkauften Stückzahl von etwa 800 Grills im vergangenen Jahr kann sich der Shop der JVA Sehnde, Abteilung Burgdorf, durchaus sehen lassen. Das Ladengeschäft im Peiner Weg 33 in Burgdorf wurde neu eingerichtet und der Online-Auftritt in Design und Zahlungsmodalitäten überarbeitet.
„Die Gefangenen werden durch ihre Arbeit auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet. Sie gehen hier einer geregelten Beschäftigung nach und setzen damit den ersten Schritt für eine erfolgreiche Wiedereingliederung in die Gesellschaft“, so Christiane Jesse vom Niedersächsisches Justizministerium.
Der JVA-Shop schreibt bereits seit sechs Jahren Erfolgsgeschichte. Über 90.000 Euro wurden in seine Neu-Gestaltung investiert. Das Ladengeschäft in Burgdorf, Peiner Weg 33, ist Montag bis Mittwoch (8.00 bis 11.45 Uhr und 12.45 bis 15.00 Uhr) sowie Donnerstag (11.00 bis 18.00 Uhr) und Freitag (8.00 bis 14.00 Uhr) geöffnet. Der JVA-Online-Shop ging 2001 in Betrieb. Auf hohem technischen Niveau, mit einem dezenten Design und nachhaltigen Produkten, zeigt er sich nun unter www.jva-shop.de.
196 Artikel – von preiswerten Aktengurten für 1,54 Euro bis zum Profi-Grill für 2.000 Euro – ist für jedes Portemonnaie das richtige Produkt dabei. Hier finden sich auch Artikel wie Sanddornspezialitäten oder Textilprodukte von „knastkitchen“ aus acht verschiedenen JVAs aus dem Umland. Die Produkte sind qualitativ hochwertig und Ersatzteile lebenslang erhältlich.
Etwa 183.700 Zugriffe wurden 2015 registriert und über 2.037 Pakete verschickt. Der Besucher hält sich fast fünf Minuten auf der Seite auf und investiert dann durchschnittlich 300 Euro in seine Bestellung. In den Spitzenzeiten wurden bis zu 670.000 Euro Umsatz jährlich erzielt, allein 85 Prozent durch den Verkauf von Grillgeräten. Erweiterte Bezahlmöglichkeiten sowie die Nutzung auf mobilen Geräten ist nun ebenfalls möglich.
„Die Gefangenen bekommen ein Gefühl dafür, wie es ist, durch ehrliche Arbeit seinen Lebensunterhalt zu sichern. Die geschaffenen Produkte stärken das Selbstbewusstsein“, so Jesse. Überwiegend in sogenannten Eigenbetrieben, wie Schlossereien sowie Tischlereien, werden die Produkte von Gefangenen im Offenen Vollzug unter Anleitung hergestellt. Mit 75 Prozent Beschäftigungsquote liegen die JVA Sehnde und die Abteilung Burgdorf weit über dem Durchschnitt. Durch Ausbildung von Gesellen wird der Nachwuchs im Handwerk gefördert.
„Die Produkte gehen weg wie warme Semmeln. Der Niedersächsische Vollzug ist kreativ“, so Jens Klotzsch, Justizvollzugsarbeitsverwaltung des Landes Niedersachsen. „Dieser Shop wertet den Standort auf.“