Jobcenter fördert Burgdorfer Eingliederungsarbeit

Das gebündelte Eingliederungskonzept vom BMGH mit Sprachhelfern in Kooperation mit dem Burgdorfer Sozialamt, dem Nachbarschaftstreff „Ostlandring“ und der Diakonie Hannover-Land wird jetzt vom Jobcenter Region Hannover finanziell gefördert (v.l.): Khalil Al Moghrabi, Dagobert Strecker, Heide Raupers, Mehari Abraham, Dietmar Langer, Samad Najim, Ursula Wieker und Kagan Bölen. (Foto: Georg Bosse)

Geschäftsführer Dietmar Langer zu Besuch beim BMGH

BURGDORF (gb). Auf Einladung des 1. Vorsitzenden des Burgdorfer-Mehr-Generationen-Hauses e.V (BMGH), Dagobert Strecker, sowie der Koordinatorin Ursula Wieker war am vergangenen Dienstag das Mitglied der Geschäftsführung der Jobcenter Region Hannover, Dietmar Langer (Altwarmbüchen), zu Besuch an der Gartenstraße.
Anlass war die Entscheidung der Region-Jobcenter, in Zusammenarbeit mit der Region Hannover flächendeckend Projektträger, die sich der (ehrenamtlichen) Begleitung und Hilfe für Flüchtlinge in Bezug auf Arbeitsaufnahme, Berufsorientierung und Leistungsbezug angenommen haben, finanziell zu fördern. Nach einem Interessenbekundungsverfahren mit Darlegung seines Konzeptes erhielt das BMGH den Bewilligungsbescheid.
Seit dem 1. April kann das BMGH vorerst bis zum 31. Dezember mit einer Finanzspritze in Höhe von 69.000 Euro rechnen, was dem Verein erlaubte, drei ehemals ehrenamtliche Sprachmittler aus Afghanistan, Eritrea und Syrien sowie den Kölner Wirtschaftswissenschaftler Kagan Bölen, den es vergangenen September der Liebe wegen vom Rhein an die Aue zog, fest anzustellen. Der Sohn türkischer Eltern betreut zudem 35 Flüchtlingskicker unter dem Dach der TSV Burgdorf. Die Finanzierung ist wie folgt festgelegt: fünf Prozent Eigenmittel, 20 Prozent Region Hannover und 75 Prozent Jobcenter Region Hannover.
Samad Najim ist Jurist und stammt aus Afghanistan, der, wie Dipl. Meeresbiologe und Lehrer Mehari Abraham aus Eritrea und Zahntechniker Khalil Al Moghrabi aus Syrien bereits ausgezeichnet Deutsch spricht. Sie sind wichtige Kommunikationsbrücken zu den Landessprachen Dari (Afghanistan), Tigrinya (Eritrea), Arabisch (Syrien, Irak etc.) und Türkisch. „Unsere Kenntnisse über die kulturellen Hintergründe in den jeweiligen Herkunftsländern helfen bei unserer Integrationsarbeit sehr“, betont Kagan Bölen. Hinzu kommt Integrationsarbeiterin Heide Raupers vom BMGH, die ein abgeschlossenes Arabistik-Studium aufweisen kann.
Die Kernkompetenz der BMGH-Eingliederungsarbeit liegt in der Begleitung und Hilfe bei Arztwahl und Behördengängen sowie bei Informationen zur Bücherei und zum Schulsystem, zu Sprachkursen und zur „Tafel“. Für das Burgdorfer Stadtgebiet haben das Sozialamt (Gesundheits- und Wohnungswesen), das BMGH und der Nachbarschaftstreff „Ostlandring“ ihre Erfahrungen Ressourcen gebündelt. Die Diakonie Hannover-Land ist für das Umland mit im Boot.
„Unsere Schwerpunkte sind naturgemäß Maßnahmen und Projekte zur Arbeitsförderung. Also im Wesentlichen die Hilfen zum Arbeitsmarktzugang. Bevor Asylsuchende und Flüchtlinge ihre Anerkennungsverfahren komplett durchlaufen haben, vergeht häufig viel Zeit, die wir mit der Unterstützung von insgesamt 18 Projekten in der Region sinnvoll nutzen wollen. Alles in allem stehen dafür 1,3 Millionen Euro zur Verfügung“, erklärte Dietmar Langer.
Und wie sieht es mit dieser Förderfinanzierung im kommenden Jahr 2017 aus? „Ich sehe keinen vernünftigen Grund, die Unterstützung nicht fortzuführen“, antwortete Langer auf die Frage von Dagobert Strecker.