Jakob hört die Glocken

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100 Burgdorfer leiten an Silvester gemeinsam das Themenjahr 2018 „Burgdorf – klingt gut“ ein

BURGDORF (fh). „Bruder Jakob, Bruder Jakob, hörst du nicht die Glocken?“ – das bekannte Volkslied haben rund 120 Burgdorfer gemeinsam auf Deutsch, Englisch und Französisch gesungen, als sie an Silvester in einem langen Zug durch das Tor der St. Pankratius-Kirche nach draußen auf den Spittaplatz getreten sind. Und Jakob müsste wirklich sehr fest geschlafen haben, um nichts zu hören. Denn noch in den Gesang hinein setzte pünktlich um 12.18 Uhr das Geläut der Kirchenglocken ein und vermischte sich mit der Liedmelodie. Synchron zu denen von St. Pankratius setzten auch die Glocken der katholischen St. Nikolaus-Gemeinde und von St. Paulus in der Südstadt ein.
Mit dieser besonderen Zeremonie hat das Stadtmarketing Burgdorf (SMB) das Themenjahr 2018 „Burgdorf – klingt gut“ eingeleitet. Zuvor hatte Pastor Dirk Jonas die Besucher in der St. Pankratius-Kirche mit feierlichen Worten eingestimmt. Er betonte die Bedeutung, die die Kirchenglocken für die Stadt haben. Sie seien treue Begleiter der Burgdorfer Bürger an Sonntagen und auch im Alltag und würden dem Leben Klang geben. „Gerade, wenn sie mal nicht wie gewohnt klingen, fällt das auf. Sie glauben nicht, wie viele mich dann ansprechen und fragen, ob etwas nicht in Ordnung ist“, sagte er.
Der Musiker Daniel Fernholz begleitete das Lied „Bruder Jakob“ und später auch noch „Freude schöner Götterfunken“ vor der Kirche mit der Gitarre. „Ich bin selbst ganz geflasht. Es ist toll, dass so viele Leute hergekommen sind“, lautete seine euphorische Zusammenfassung. Das sieht SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich genauso: „Es war ein sensationeller Auftakt. Offensichtlich hat die Aktion viele Burgdorfer sehr berührt und bewegt.“
Für Monika Reißer aus der Projektgruppe hat sich die Mühe also vollauf gelohnt. Sie hatte die Auftaktveranstaltung organisiert – von der Koordination mit den Kirchenvorständen bis hin zum gekühlten Sekt und Orangensaft. Als sie mit einem Tablett auf dem Spittaplatz stand und die ersten Besucher ihre leeren Plastikbecher darauf zurückstellten, zog sie ein zufriedenes Fazit: „Es ist schön, mit dieser Veranstaltung in der Gemeinschaft ins neue Jahr zu gehen.“ Für sie uns viele andere Besucher hatte das gemeinsame Singen auch eine symbolische Bedeutung.
Ganz in diesem Sinne bekamen die Worte von Kantor Martin Burzeya noch eine zweite Ebene. Denn das, was er den Besuchern für das Lied „Bruder Jakob“ beim Auszug aus der Kirche mit auf den Weg gab, könnte zugleich als Neujahrswunsch für das beginnende Themenjahr verstanden werden: „Hören Sie bloß nicht auf, zu singen. Auch wenn wir nicht sofort einen Gleichklang erreichen. Das wird sich zurechtruckeln.“