Interesse an Selbstverteidigungskursen für Frauen gestiegen

Das Interesse an Selbstverteidigungskursen für Frauen ist groß. (Foto: Dana Noll)

Samurai Burgdorf zeigt einfache Abwehrtechniken in Gefahrensituationen

BURGDORF (dno). Die Nacht in Köln, in der es zahlreiche Übergriffe auf Frauen gab, hat schockiert und bundesweit für Aufruhr gesucht. Rund ein Drittel der Frauen in Deutschland wurde schon sexuell belästigt oder hat körperliche Gewalt erlebt. Im letzten Jahr erreichten weit über 60.000 Hilferufe die bundesweiten Beratungsstellen – Tendenz steigend!
„Frauen haben mehr Probleme sich zu wehren, ihnen ist das nicht so in die Wiege gelegt worden“, so Marco Stommel vom Samurai Burgdorf. Gemeinsam mit Olaf Scher bietet er an sechs Abenden, je 1,5 Stunden, in der Gymnastikhalle des Gymnasiums Burgdorf einen Selbstverteidigungskurs für Frauen an. Der Kurs gliedert sich in einen Theorie- und Praxisteil.
„Das Interesse ist groß, wir haben unser Kursangebot schon erweitert und es gibt schon eine Warteliste“, so Stommel. Im Kurs werden die wesentlichen Schwerpunkte im Bereich der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung vermittelt. In praktischen Übungen wird das eigene Verhalten beobachtet und reflektiert. Individuelle Möglichkeiten werden aufgezeigt und trainiert. In der Selbstverteidigung werden einfache Abwehrtechniken gegen unterschiedliche Angriffe trainiert und der Einsatz geeigneter Hilfsmittel kennengelernt.
„Die Frauen müssen lernen, sich zu wehren – in vollem Maße“, so Stommel. Dazu werden Alltagssituationen analysiert und auf mögliche Gefahrensituationen hingewiesen. Großen Wert wird auf das Erkennen der eigenen Verhaltensmuster gelegt, um die Teilnehmerinnen im Hinblick auf ihre Wahrnehmung und geeignete Reaktionen zu sensibilisieren.
„Aus der Grundentspannung heraus müssen die Frauen agieren, die „Schrecksekunde“ bei einem Angriff muss zur Vorbereitung dienen und darf die Handlungen nicht lähmen“, so Olaf Scher.
Die etwa 14 Teilnehmerinnen - von Schülerin bis Rentnerin - sind mit Eifer und großem Elan dabei. „Ich möchte mich sicherer fühlen, deshalb bin ich hier“, so eine Teilnehmerin. „Die leichten Techniken, die wir vermitteln, können helfen. Dennoch ist es besser, mögliche Gefahrensituationen wie dunkle Unterführungen, Straßen oder Parks zu meiden“, ergänzt Stommel.