Inklusion braucht viel guten Willen und viel Geld

Geschäftsführerin Barbara Moschüring (l.) zu Friedel Stümpel, Pastor Michael Schulze, Dr. Wilfried Lehmann-Schmidtke und Erhard Popp (v.r.) sowie zu den anwesenden Mitgliedern: „Die Lebenshilfe Burgdorf kann auf ihre personelle und konzeptionelle Entwicklung stolz sein.“ Foto: Georg Bosse
Burgdorf: Georg Bosse |

Lebenshilfe Burgdorf kann auf personelle und konzeptionelle Entwicklung stolz sein

BURGDORF/ALTKREIS (gb). Als „beschämend“ bezeichnete Erhard Popp, 1. Vorsitzender der Lebenshilfe e.V. Burgdorf, das Interesse an der jüngsten Mitgliederversammlung: „Es werden gerne die Leistungen unserer Einrichtungen in Anspruch genommen, aber sonst will man damit nichts zu tun haben. Das habe ich noch nie verstanden.“ Der Verein hat aktuell 222 Mitglieder.
Die Lebenshilfe am „Wasserwerksweg“ bietet mit ihrem Heilpädagogischen Zentrum (HPZ), dem Familienentlastenden Dienst (FED) und mit dem „Treffpunkt“ in der Hannoverschen Neustadt Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen jeden Alters Assistenz und Begleitung, Beratung und Unterstützung. Geschäftsführerin Barbara Moschüring: „Es kommt nie Langeweile auf. Trotz Probleme geht es immer wieder Schritt für Schritt positiv weiter. So konnten wir die entstandenen Lücken beim pädagogischen Personal schließen. Und es besteht eine gute und enge Kooperation mit der benachbarten Förderschule sowie mit der Stadt Burgdorf. Traurig für die Kinder und Mitarbeiter/innen war das Einschläfern eines Pferdes für unser pädagogisches Voltigieren. Alles in allem kann die Lebenshilfe Burgdorf auf ihre personelle und konzeptionelle Entwicklung stolz sein.“
Unter dem Dach des HPZ ist die Pädagogische Leiterin Susanne Ruhkopf für die Heilpädagogischen und Kooperativen KiTa-Gruppen sowie für die Integrative Krippe verantwortlich. „Derzeit betreuen wir 94 Kinder ab drei Jahren, davon 30 ohne Unterstützungsbedarf, im heilpädagogischen Kindergarten, die bis zu fünf Jahre bei uns bleiben. Inklusion im HPZ ist von den Eltern gewollt. Sie schätzen die strukturierten Tagesabläufe und die maßgeschneiderten Förderungen. Inklusion braucht weiter viel guten Willen und viel Geld, damit es funktionieren kann“, sagte Susanne Ruhkopf.
Vor den Schnittchen wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Schatzmeister Friedel Stümpel stellte die Jahresrechnung 2016 dar. Demnach standen den Gesamteinnahmen, darunter 94.000 Euro von der Aktion Mensch, Ausgaben und Abschreibungen gegenüber, was unter dem Strich zu einem Fehlbetrag in Höhe von 31.000 Euro führte, der jedoch durch Rücklagen gedeckt werden konnte.