„Indianer gestern und heute im Pine Ridge-Reservat“

Cornel Lyle Conroy (Bild) und sein Partner Wendell Yellow Bull geben Einblicke in das Leben der Sioux Lakota-Indianer. (Foto: VVV)

Multimedia-Vortrag am 21. August im Veranstaltungszentrum StadtHaus

BURGDORF (r/jk). Der Westernclub Buckskinners Otze e.V. und die StadtHaus gGmbH laden am Freitag, 21. August, zu dem Multimedia-Vortrag „Indianer gestern und heute im Pine Ridge-Reservat“ ein. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Stadthaus Burgdorf (Sorgenser Straße 31).
Im Mittelpunkt steht das Leben der Sioux Lakota-Indianer, die das 13.000 Quadratkilometer große Siedlungsgebiet im Südwesten des US-Bundesstaates South Dakota bewohnen. Die beiden Stammesvertreter Wendell Yellow Bull und Cornel Lyle Conroy stellen in dem Vortrag ihre Heimat mit eindrucksvollen Farbfotografien vor und berichten über die Lebensbedingungen seit dem 19. Jahrhundert. Eine Dolmetscherin übersetzt in die deutsche Sprache. Teilnehmerkarten (5 Euro) gibt es bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2. Der Erlös kommt den Indianern des Pine Ridge-Reservates zugute.
In heutiger Zeit gibt es 304 registrierte Indianerreservate in den USA. Dazu gehört das 1878 eingerichtete Pine Ridge-Reservat, in dem ca. 26.000 (Oglala) Sioux Lakota-Indianer leben. Das Gebiet durchquert der Fluss Wounded Knee Creek, dem eine symbolträchtige Bedeutung zukommt. In seiner Nähe kam es 1890 zu einem von weißen Soldaten verübten Massaker, dem 145 Stammesmitglieder zum Opfer fielen. Diese Gewalttat markierte nicht nur das Ende des Widerstands der Sioux Lakota. Auch alle anderen bewaffneten Konflikte zwischen den Vereinigten Staaten und den Indianern kamen zum Erliegen. In der Folge mussten die Indianer zahllose Willkürmaßnahmen der amerikanischen Regierung erdulden und den dauerhaften Rückzug in Reservate, wie das Pine Ridge-Gebiet, antreten. Erst 1975 garantierte ein neues Gesetz die Unabhängigkeit der einzelnen Indianervölker. Die Folgen dieser Repressionen wirken bis heute nach. Nur jeder fünfte Bewohner des Pine-Ridge-Reservats hat Arbeit, jeder zweite lebt unter der Armutsgrenze. Für viele Haushalte bleibt nur die Jagd, das Früchtesammeln und der Gartenbau zur Sicherung des Lebensunterhalts.
Im 1. Teil des Vortrags berichtet Cornel Lyle Conroy, wie die Lakota-Indianer in früheren Zeiten unter härtesten Begleitumständen ihren kargen Alltag fristeten und sich ihre Eigenständigkeit gegen die Bevormundung durch die US-Regierung bewahrten. Dabei fesselt der Indianer das Publikum mit faszinierenden Eindrücken von der Lebensweise seiner Vorfahren.
Im 2. Teil richtet sein Partner Wendell Yellow Bull den Fokus auf das aktuelle Lebensumfeld und gibt einen Einblick in die moderne Kultur der Lakota-Indianer, die sich gegen alle Versuche der Unterdrückung erfolgreich durchsetzte.
Nach dem Ende des Vortrags sind die Zuhörer eingeladen, Fragen an die beiden Indianer zu richten.
Wendell Yellow Bull ist Pferdetrainer und einer der beiden Vorsitzenden der Lakota Horsemanship Organisation. Deren Ziel ist es, den jugendlichen Indianern durch verschiedene Reitprogramme die Rückführung zur eigenen Kultur zu ermöglichen. Durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Reitkunstprogramme lernen sie, mit persönlichen Herausforderungen umzugehen und als Team mit anderen zusammenzuarbeiten. Diese Arbeit und das Zusammenleben mit den Pferden, aber auch das Aufleben alter traditioneller Werte, sollen den jungen Indianern zur Wiederfindung ihrer Identität und zu neuem Selbstbewusstsein verhelfen.
Nach dem Vortrag stehen kunsthandwerkliche Artikel der Lakota-Indianer zum Verkauf, darunter Armbänder, Ohrringe, Schlüsselanhänger und Traumfänger.