In Uetze leben die Fahrradfahrer gefährlicher als in Burgdorf

Solche Verkehrsunfälle, die oft mit gravierenden Folgen für die schwächeren Verkehrsteilnehmer verbunden sind, gilt es zu verhindern. Daher steht weiterhin das Fehlverhalten gegenüber aber auch von Fahrradfahrern verstärkt im Fokus polizeilicher Verkehrsüberwachung. (Foto: Polizei Burgdorf)

Polizeiinspektion Burgdorf gibt Verkehrsunfallstatistik 2011 bekannt

BURGDORF/UETZE (r/jk). Die Gesamtzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle im Burgdorfer Stadtgebiet ist leicht rückläufig und sank mit 654 auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren, gab die Polizeiinspektion Burgdorf jetzt im Rahmen der Vorstellung ihrer Verkehrsunfallstatistik bekannt.
Erfahrungsgemäß handelt es sich hierbei nicht um die Zahl aller tatsächlich stattfindenden Verkehrsunfälle. Es kann davon ausgegangen werden, dass bei der Polizei rund die Hälfte der Verkehrsunfälle gemeldet werden, die den Versicherern zugehen. Bei der überwiegenden Anzahl der Unfälle entstehen meist jedoch nur Bagatellschäden.
Zur Bewertung der Verkehrssicherheit wird seitens der Polizei die Zahl der Unfälle mit schwerem Personenschaden, d.h. getöteten und schwer verletzen Personen, einer intensiven, kontinuierlichen Betrachtung unterzogen. Diese machen in Burgdorf erfreulicherweise nur rund 2,8 Prozent aller Unfälle aus. Es wurden zwei Personen getötet und 16 schwer verletzt. Insgesamt wird hier die stark rückläufige Entwicklung der letzten fünf Jahre beibehalten. Für das Jahr 2011 ist eine Senkung der Zahlen der Verkehrsunfälle mit schweren Personenschaden von 25 Prozent gegenüber 2007 festzuhalten.
Ein stark rückläufiger Trend ist ebenfalls bei der Beteiligung von Fahrradfahrern zu beobachten. Wenngleich im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der unfallbeteiligten Fahrradfahrer leicht angestiegen ist, von 43 im Jahr 2010 auf 49 im Jahr 2011, ist hier in der Langzeitbetrachtung eine stark rückläufige Tendenz festzustellen. Die in den letzten Jahren verstärkten Aktionen im Rahmen von Schwerpunktkontrollen spiegeln sich hier wieder.
Trotzdem bleiben die Fehlverhalten von und auch gegenüber Fahrradfahrern verstärkt im Fokus polizeilicher Überwachung, da Fahrradfahrer immer noch mit einem Anteil von über einem Drittel an Verkehrsunfällen mit Personenschaden beteiligt sind.
Die Entwicklung bei der besonders gefährdeten Zielgruppe, der so genannten „Jungen Fahrer“ im Alter von 18 bis 24 Jahren, ist leider unerfreulich, da hier sowohl zum Vorjahr als auch im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren Zuwächse zu verzeichnen sind. Im Jahr 2011 wurden sechs Junge Fahrer schwer verletzt, 2010 waren dies nur vier. Im Bereich der leichtverletzten Personen sind es 21 Personen 2011 im Gegensatz zu 16 im Jahr 2010.
Zu den Hauptunfallursachen zählen weiterhin mit weitem Abstand die Vorfahrtverletzung und die nicht angepasste Geschwindigkeit; ebenso die Nichteinhaltung des erforderlichen Sicherheitsabstandes und fehlerhaftes Verhalten beim Abbiegen und Einbiegen. 2011 führte 18 Mal der Genuss alkoholischer Getränke oder die Einnahme von Drogen zu Verkehrsunfällen.
Sehr Erfreuliches wurde bei der häufig arbeitsintensiven Ermittlung von Verkehrsunfallfluchten berichtet. Bei insgesamt dreiviertel aller bekannt gewordenen Fälle mit Personenschaden konnten 2011 die Verursacher ermittelt werden. Dennoch bleibt dieses Thema ein Dauerbrenner, da die Verkehrsunfallfluchten mit einer Zahl von 166 Fällen auf vergleichsweise hohem Niveau verbleiben. Hier bleibt die Polizei auch weiterhin stark auf die Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Zeugen sollten derartige Beobachtungen umgehend der Polizei mitteilen. Es ist festzustellen, dass es sich hier nicht um ein Kavaliersdelikt handelt, sondern stets der Verdacht einer Verkehrsstraftat im Raum steht.
Weiterhin bleibt auch die Zahl der Wildunfälle auf hohem Niveau. In 125 Fällen, bei nahezu jedem fünften Verkehrsunfall, waren Tiere beteiligt.
Als Unfallschwerpunkt wird in diesem Jahr nur eine Stelle aus Burgdorf in der Verkehrsunfallkommission bearbeitet. Die Abzweigung der L 412, Verlängerung der Immenser Landstraße, zur K 123, Verbindung nach Steinwedel, wird in der örtlichen Unfallkommission eingehend thematisiert, um eine Entschärfung des Einmündungsbereiches zu erreichen.
Auf dem Gebiet der Gemeinde Uetze sank die Zahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle leicht um insgesamt 42 Verkehrsunfälle auf 352. Nur rund 5 Prozent aller Unfälle zogen einen schwerem Personenschaden mit sich. Es wurde erfreulicherweise keine Person getötet, allerdings wurden 16 Personen schwer verletzt.
Sehr unerfreulich ist der zu verzeichnende Anstieg bei Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Fahrradfahrern. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier eine deutliche Steigerung der Unfallzahlen festzustellen. Im Jahr 2010 waren sieben Fahrradfahrer an einem Unfall beteiligt, im Jahre 2011 hingegen 23 Radfahrer. Hierbei beträgt der Anteil der Fahrradfahrer an Verkehrsunfällen mit Personenschaden knapp 40 Prozent. Daher wird das Fehlverhalten von und insbesondere auch gegenüber Fahrradfahrern verstärkt im Fokus polizeilicher Verkehrsüberwachung liegen.
Zu den Hauptunfallursachen zählen weiterhin mit weitem Abstand die Vorfahrtsverletzungen und die nicht angepasste Geschwindigkeit; ebenso die Nichteinhaltung des erforderlichen Sicherheitsabstand und fehlerhaftes Verhalten beim Abbiegen und Einbiegen. 2011 führte sechs Mal der Genuss alkoholischer oder die Einnahme von Drogen zu Verkehrsunfällen.
59 Mal wurde die Polizei aufgrund einer Verkehrsunfallflucht gerufen. In 40 Prozent der Fälle ist es gelungen, den Verursacher nachträglich zu ermitteln.
126 Fälle, somit 35,8 Prozent der Verkehrsunfälle, geschahen unter Beteiligung von (Wild)Tieren.