In Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Veranstaltungen zum Jahrestag der Reichspogromnacht

BURGDORF (r/jk). Die Mitglieder des Arbeitskreises „Gedenkweg 9. November“ werden am Morgen des 9. November Rosen am Eingangstor des Jüdischen Friedhofs in der Uetzer Straße niederlegen. In der Abenddämmerung werden dann an den Stolpersteinen der Stadt Burgdorf Lichter aufgestellt werden, die über Nacht das Gedenken an die Opfer von Verfolgung und Ermordung in der Zeit des Nationalsozialismus wachhalten sollen.
Die Gedenkveranstaltung selbst findet in diesem Jahr um 18.30 Uhr im Ratssaal des Burgdorfer Schlosses statt. Der Arbeitskreis lädt zu einer Lesung des Briefromans „Adressat unbekannt“ von Kressmann Taylor ein: Der deutsch-jüdische Kunsthändler Max Eisenstein und sein nach Lesart der Nazis arischer Freund Martin Schulse führen gemeinsam in den USA eine Galerie. 1932 kehrt Martin nach Deutschland zurück. Die beiden tauschen fortan Briefe aus. 1933 kommt Hitler an die Macht. Anfangs sieht Martin den Nationalsozialismus noch mit kritischen Augen, passt sich jedoch immer mehr an und übernimmt schließlich die braune Ideologie. Max bittet Martin, auf seine Schwester Griselle aufzupassen, die die Bedrohung durch die Nazis nicht sehen will. Martin aber kündigt Max mit antisemitischen Parolen die Freundschaft und überlässt die hilfesuchende Griselle der SA. Max rächt sich daraufhin auf einzigartige und subtile Weise.
Die Rolle des Martin Schulse wird gelesen von Frank Seger, Lektor in Steinwedel und Ortsbürgermeister von Aligse, diejenige des Max Eisenstein von Dr. Ralf Charbonnier, Superintendent in Burgdorf. Rudolf Bembenneck, P.i.R., wird den Bezug der Lesung zur Lokalgeschichte herstellen und Matthias Schorr, Vorsitzender von Scena, die Veranstaltung musikalisch begleiten. Der Eintritt ist frei.