In Burgdorf wurde der kleine Trenk zum Ritter geschlagen

Weihnachtsmärchen verzaubert kleine und große Zuschauer

BURGDORF (dno). Vor langer, langer Zeit ... so beginnen viele Geschichten oder Märchen. Und so begann auch das diesjährige Weihnachtsmärchen des VVV „Der kleine Ritter Trenk“ im Theater am Berliner Ring in Burgdorf. 300 Zuschauer warteten gespannt am 3. Adventssonntag auf das unterhaltsame Märchen von Kirsten Boie über einen Bauernjungen, der auszog, ein Ritter zu werden. Mit viel Witz und Finesse wurde das Theaterstück unterhaltsam umgesetzt und ganz nebenbei lernten Groß und Klein eine ganze Menge über das Leben der Menschen im Mittelalter.
„Ungerecht, ungerecht, ungerecht“, so wettert der kleine Trenk gleich zu Beginn der Geschichte und entführt die Kinder im Saal in eine andere Zeit. „In dieser gab es kein fließendes Wasser, keinen Strom, keine Handys und natürlich keine Fernseher“, so die Erzählerin erklärend, die am Beginn in die Handlung einführt. Kindgerecht verpackt wird das Mittelalter erklärt, in denen Bauern Leibeigene waren und hungern mussten und die Ritter in Saus und Braus von deren Abgaben lebten.
Leider ist auch die Familie von Trenk Tausendschlag sehr arm und nicht in der Lage die jährlichen Abgaben zu zahlen. Dies wiederum führt dazu, dass Ritter Wertolt, der Wüterich, den Vater von Trenk in den Kerker werfen lässt. Sehr beeindruckend, wie Fabian Joel Walter dem bösen Ritter seine Stimme verleiht. Die Kinder im Saal sind erschrocken und gefesselt zugleich und die Eltern können sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen.
„Leibeigen geboren, leibeigen gestorben, leibeigen ein Leben lang“, dies erkennt schon Mia Mina, die kleine Schwester des Trenk. Das muss sich ändern! Und so beschließt der mutige Bauernjunge in die Stadt zu gehen, ein echter Ritter zu werden, den bösen Wertolt zu besiegen und seine Familie aus der Leibeigenschaft zu befreien. Eine ganze Menge für 90 Minuten!
Doch dem Ensemble des Theaters für Niedersachsen gelingt es, die Zuschauer auf diese spannende Reise mitzunehmen. Und so sind sie hautnah dabei, als Trenk gemeinsam mit seinem Ferkelchen durch den finsteren Wald läuft und dabei auf den Gaukler Momme trifft. Sie werden „Freunde fürs Leben“ und sehen sich kurze Zeit später auf der Burg Hohenlob wieder. Hier bekommt Trenk endlich seine Ritterausbildung und begegnet Thekla, die genau wie er furchtlos, mutig und abenteuerlustig ist. Beim großen Ritterturnier siegt er mit Mut und List erst gegen Wertolt und dann gegen den bösen Drachen, der eigentlich gar nicht so böse ist. Die Kinder im Saal sind begeistert und applaudieren dem kleinen Trenk. Einige Überraschungen später, geht das Märchen schließlich gut aus und am Ende heißt es: "Leibeigen geboren, als Ritter gestorben, tapfer ein Leben lang!“