Im Schatten des Vergessens

Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Heimatlose in Burgdorf

BURGDORF (r/jk). „Im Schatten des Vergessens – Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und heimatlose Ausländer in Burgdorf 1939 – 1950“ lautet der Titel eines Buches, dessen Manuskript der Arbeitskreis Stadtgeschichte Burgdorf soeben fertig gestellt hat. Die Region Hannover wird das Buch in der Schriftenreihe der Gedenkstätte Ahlem veröffentlichen.
Dieses Buch ruft ein Kapitel der Stadtgeschichte in Erinnerung, das weithin in Vergessenheit geraten ist. Es geht um die Würde von Frauen, Männern und Kindern, die nach Burgdorf verschleppt oder verschlagen wurden. An ihr Schicksal soll erinnert, ihr Leben und Leiden gewürdigt und ihnen ein bleibender Ort im Gedächtnis der Stadt gegeben werden. Regionspräsident Hauke Jagau und Bürgermeister Alfred Baxmann haben Geleitworte geschrieben. Der Beitrag des Bürgermeisters steht unter der Überschrift „Geschichte erzählt, um Gewissen zu schärfen“. Ende August soll das Buch im Ratssaal des Schlosses vorgestellt werden.
Eine inhaltliche Einführung in das Kapitel, das vom Schicksal der Kriegsgefangenen berichtet, wird in der Veranstaltungsreihe „Erzähl-Cafe in Benefizz“ angeboten. Am Freitag, 12. Mai, wird der Historiker Dr. Rolf Keller einen Vortrag halten zum Thema: „Vernichtungspolitik und Zwangsarbeit – Sowjetische Kriegsgefangene in Niedersachen 1941 – 1945“. Dr. Keller ist Abteilungsleiter der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten in Celle. Er hat grundlegende Werke zum Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen veröffentlicht. Die Veranstaltung findet um 19.30 Uhr im Benefizz-Laden Hannoversche Neustadt 8 statt.