„Im persönlichen Gespräch kann man viel erreichen“

Matthias Paul tritt bei der Bürgermeisterwahl im nächste Jahr für die SPD an.

SPD kürt Matthias Paul zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl

BURGDORF (fh). Die Burgdorfer SPD hat sich festgelegt: Bei der Bürgermeisterwahl im nächsten Jahr wird sie Matthias Paul als Kandidaten ins Rennen schicken. Der Pastor der Paulus-Gemeinde in der Südstadt ist erst seit drei Jahren Parteimitglied; hat dort aber bereits eine steileKarriere hingelegt. Seit der Kommunalwahl 2016 sitzt er im Burgdorfer Rat und ist außerdem stellvertretender Bürgermeister.
Bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend haben ihm nun alle 52 anwesenden Genossen ihre Stimme gegeben. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. „100 Prozent also. Wir wissen noch nicht, ob das Fluch oder Segen ist“, scherzte der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Ahmet Kuyucu in Anspielung darauf, dass Martin Schulz im vergangenen Jahr mit dem gleichen Ergebnis zum Vorsitzenden der SPD im Bund gewählt worden war und dann bei der Bundestagswahl scheiterte. „Aber wir vertrauenauf Matthias
Paul“, machte Kuyucu
klar.
Obwohl er in der Kommunalpolitik noch vergleichsweise neu ist, zeigt er sich überzeugt davon, dass er für das Amt des Bürgermeisters geeignet ist. „Ich kann sprechen“, kokettiert er und fügt hinzu: „Als Pastor habe ich bei vielfältigen Gelegenheiten gesprochen.“ Das sei eine gute Ausgangsbasis, um die repräsentativen Aufgaben als Bürgermeister wahrzunehmen, zumal er auch guten Zugang zu Menschen aller Teile der Bevölkerung habe. „Mir ist nichts Menschliches fremd. Das ist wichtig“, betont Paul.
Auch dem zweiten Aufgabenbereich des Bürgermeisters als Chef der Stadtverwaltung fühle er sich gewachsen. „Als Pastor war ich ja nicht nur im geistlich-theologischen Bereich tätig. Ich bin auch seit 20 Jahren Vorsitzender des Kirchenvorstands, habe die Verwaltung der Kirchengemeinde geführt, bei der Krippengründung mitgewirkt und dabei auch Personalverantwortung getragen“, nennt er Beispiele.
Als große Themen für dienächsten Jahre nennt Matthias
Paul die Wirtschaftsförderung
und die
Schaffung von preiswertem
Wohnraum.
Als Bürgermeister
könne er in diesen
Bereichen Akzente
setzen. „Ich versuche Investoren beispielsweise davon zu überzeugen, auch sozialen Wohnungsbau einzuplanen“, sagt Paul. Aktuell stünden den privaten Bauunternehmen so viel Geld zur Verfügung, dass die Förderung von Land und Region kaum noch Anreize schaffen würden. „Im persönlichen Gespräch kann man aber erreichen, dass sie etwas für unsere Stadt tun“, so Paul.
Ein wichtiges Projekt sei in den nächsten Jahren außerdem die Integrierte Gesamtschule (IGS). „Ich bin eindeutig dafür, die Möglichkeit einer Oberstufe sorgfältig zu prüfen. Wenn die Schülerzahlen das hergeben, sollten wir sie einrichten“, bezieht Paul Position. Eine IGS müsse die Möglichkeit bieten, sie bis zum Abitur zu besuchen.
Wenn er zum Bürgermeister gewählt wird, muss Paul seine Stelle als Pastor ruhen lassen. Denn der Burgdorfer Bürgermeister ist hauptamtlich tätig. Zunächst ist er aber weiterhin in der Südstadtgemeinde tätig. Erst zwei Monate vor dem Wahltermin werde ihn die Landeskirche beurlauben, um Konflikte zwischen seiner Rolle in der Kirche und im Wahlkampf zu vermeiden. „Sollte ich nicht gewählt werden, werde ich erstmal in die Paulus-Gemeinde zurückkehren und dann neu überlegen, wie es beruflich weitergehen soll“, sagt Paul auf Nachfrage. Der Wahltermin ist noch nicht festgesetzt, als wahrscheinlich gilt der 26. Mai 2019, weil an diesem Tag auch die Europawahl stattfindet. Für den Herbst ist dann die Amtsübergabe vorgesehen.