HomeStaging und „Harley unterm Hintern“

Kerstin Lohrfink (2.v.re.) mit den drei Referenten der 4. Nerd Nite beim TC GG Burgdorf: Arthur Junkert (Braunschweig), Gaby Brann (Burgdorf) und Dr. Udo Meier (Sorgensen; v.li.). (Foto: Georg Bosse)

Endlager „Konrad“ und Route 66 im Fokus der 4. TCGG-Nerd Nite

BURGDORF (gb). „Nerd Nite“ ist eine Veranstaltungsreihe im Vereinsheim des Burgdorfer Tennis-Clubs (TC) Grün-Gelb (GG), bei der jeweils drei Referenten ein attraktives Thema anschaulich vortragen. Das wiederkehrende allgemeine Motto lautet: „It’s like Discovery Channel with beer.“ Unterhaltsam Informationen zu vermitteln, die „über den Tellerrand“ hinausgehen, formulierte es die Moderatorin der inzwischen 4. TCGG-Nerd Nite, Kerstin Lohrfink, am vergangenen Freitagabend vor gut 70 gespannten Gästen.
Den Anfang machte Gaby Brann, die den Besuchern das „HomeStaging“ vorstellte. Frei übersetzt bedeutet das etwa, einer(m) bewohnten oder unbewohnten Immobilie bzw. Heim (Home) eine professionelle Bühne (Stage) zur Verkaufsförderung zu bieten, um schneller und für mehr Geld veräußern zu können. „An der Lage einer Immobilie lässt sich nichts ändern, aber die „Macht des ersten Eindrucks“ hat einen entscheidenden Einfluss auf den Verkaufserfolg“, erklärte Gaby Brann. Hier setzt HomeStaging an. Es ist ein keineswegs kostenfreier, kreativer Mix verschiedener Maßnahmen, um mit dem zu verkaufenden Objekt bestmöglichen Eindruck zu machen. „Die Immobilie richtig in Szene setzen, ohne dabei Mängel zu vertuschen“, so die Homestagerin.
Arthur Junkert (Braunschweig) ist Leiter der Informationsstelle „Schacht Konrad“ in Salzgitter und seit 23 Jahren beim Bundesamt für Strahlenschutz beschäftigt. Im Mai 2002 wurde „Schacht Konrad“ in einem fast 20 Jahre andauernden atomrechtlichen Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung zum Endlager bestimmt. So wurde das stillgelegte, ehemalige Eisenerz-Bergwerk zu einem Endlager für rund 290.000 Kubikmeter radioaktiver Abfälle mit „vernachlässigbarer Wärmeentwicklung“ umgebaut. „Etwa 90 Prozent der in Deutschland anfallenden radioaktiven Abfälle fallen in diese Kategorie. Sie beinhalten aber nur zirka 0,1 Prozent der gesamten Radioaktivität allen Abfalls“, so Junkert. Die Kosten für das Endlager stellt das Bundesamt für Strahlenschutz den Abfallverursachern in Rechnung, die von der stromerzeugenden Atomindustrie an die Verbraucher weitergegeben werden. „Wir haben etwas zu entsorgen, aber nichts zu verbergen“, steht als Grundsatz weithin sichtbar an der Informationsstelle „Konrad“ in Salzgitter.
„Get your kicks on Route 66“. So begann Dr. Udo Meier seinen mit beeindruckenden Bildern unterlegten Vortrag über einen Motorrad-Ride auf Amerikas legendärer „Mother of the Road“ (Mutter aller Straßen). Es ging von Los Angeles über Bakersfield und Grand Canyon zum Monument Valley, über St. George und Death Valley nach Las Vegas und wieder zurück an die Pazifikküste. Die ursprüngliche Route 66, auch „America`s Mainstreet“ (Amerikas Hauptstraße), führte einst durch drei Zeitzonen gut 3.700 Kilometer von Chicago (Illinois) nach Santa Monica (Kalifornien).
Mit einer „Harley unterm Hintern“, so Udo Meier, hatte sich der Preussag Petroleum-Ingenieur i.R. und eigentliche BMW-Biker aus Sorgensen mit einer Gruppe 31 Gleichgesinnter im Jahre 2009 auf den Weg gemacht, um sich seinen ganz persönlichen Kick beim „easy riding“ auf der Route 66 und zu den fünf angrenzenden Nationalparks zu holen. Dabei lag sein besonderes Augenmerk auf den herausragenden erdgeschichtlichen Geo-Formationen.
Die gelungene Veranstaltung erzielte freiwillige 222 Euro durch die obligatorische Hutsammlung zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit des Tennis-Clubs.