Hilfe für Pflegende und Trauernde

Ambulanter Hospizdienst unterstützt pflegende Angehörige und Trauernde

ALTKREIS BURGDORF (r/jk). Manche Lebenslagen führen betroffene Menschen in Ratlosigkeit und seelische Not, zum Beispiel, wenn ein krankes Familienmitglied gepflegt wird oder ein naher Angehöriger verstorben ist. Sowohl eine häusliche Pflegesituation als auch ein schmerzlicher Trauerfall bringt für die Betroffenen häufig besondere Veränderungen und Beschwernisse im Alltag mit sich.
Für pflegende Angehörige bedeutet die Pflegesituation – abgesehen von den körperlichen Mühen – oft eine große seelische Belastung. Häufig ist der Einsatz rund um die Uhr erforderlich, sodass die eigene Freizeit und soziale Kontakte stark eingeschränkt werden. Irgendwann fühlen sich die Pflegenden ausgebrannt und überfordert. Auch die Begleitung eines Angehörigen im Pflegeheim kostet oft viel Kraft. Da pflegende Angehörige selten im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, obwohl sie sich engagieren und dabei oft selbst krank werden, brauchen sie besondere Unterstützung.
In der Gruppe können Betroffene für ihre Aufgabe Stärkung und Unterstützung erfahren. Die Erkrankungen, die in der Gruppe thematisiert werden, reichen von Schlaganfall, Parkinson, Krebserkrankungen oder anderen chronischen Leiden bis zu – in zunehmendem Maße – Demenzerkrankungen. Die Gruppe wird von zwei erfahrenen Pflegekräften geleitet.
Bei Trauernden zeigt sich, dass das eigene Umfeld die Situation häufig nicht adäquat auffangen kann. In der Trauer ist es oft schwierig, nach dem Verlust wieder in den Lebensalltag zurückzufinden, während die Menschen aus der persönlichen Umgebung recht bald erwarten, dass die trauernde Person möglichst schnell wieder „funktioniert". Für die Betroffenen stellen sich ganz andere Fragen: Wie begeht man den ersten Geburtstag des Verstorbenen? Wie verbringt man Festtage, den Urlaub, den Todestag? Was macht man mit der Kleidung, den Unterlagen vom Schreibtisch und den vielen anderen Kleinigkeiten, wie den Zettelchen, die sonst so unwichtig gewesen wären?
Der ambulante Hospizdienst für Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze ist seit Jahren in der Begleitung und Beratung von Menschen in diesen Situationen tätig. Mit seinen Angeboten in Form von Einzelberatung und den Gesprächskreisen für Betroffene soll den Auswirkungen von sozialer und emotionaler Einsamkeit entgegengewirkt werden. Das Angebot der Gesprächskreise umfasst die Gruppen für Pflegende Angehörige und Trauernde. Der Austausch mit Gleichbetroffenen ermöglicht es, gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und zu erleben, dass man nicht alleine ist. Im vertrauensvollen Gespräch miteinander können persönliche Erfahrungen ausgetauscht und als wertvolle Anregung oder Orientierung in den eigenen Lebensalltag mitgenommen werden.
Ab April dieses Jahres gibt es in den beiden Gruppen wieder freie Plätze. Die Gesprächskreise sind für jeden offen, unabhängig von Konfession und Wohnort, die Teilnahme ist kostenlos. Die Gruppen werden von erfahrenen Fachkräften geleitet. Sie sorgen für die erforderliche freundliche und geschützte Atmosphäre.
Wer ein Familienmitglied pflegt oder um einen nahen Angehörigen trauert, ist eingeladen, in der jeweiligen Gruppe über die Situation zu sprechen. Vereinbarungen für einen Termin zum persönlichen Vorgespräch sowie weitere Informationen gibt es beim Ambulanten Hospizdienst für Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze unter Tel. 05136/897311 oder unter hospizdienst.burgdorf@evlka.de.