„Herzstück“ zum Themenjahr 2012 eröffnet

Bürgermeister Alfred Baxmann (re.) sowie die Anwesenheit zahlreicher Gäste in der rappelvollen KulturWerkStadt stellten unter eindrucksvollen Beweis: „Burgdorf international - wir sind Burgdorf“. (Foto: Georg Bosse)

„Burgdorf International“ ist eine Liebeserklärung an Burgdorf

BURGDORF (gb). Sie sind seit Jahren oder sogar Jahrzehnten in der Stadt beheimatet und haben so an der jüngeren Geschichte Burgdorfs mitgeschrieben. Gemeint sind die gut 1600 Menschen aus 94 verschiedenen Lebens- und Kulturkreisen, die mittlerweile längst Teil unseres gesellschaftlichen Gefüges geworden seien, so Bürgermeister Alfred Baxmann in seinem Grußwort zur Ausstellungseröffnung „Burgdorf International - wir sind Burgdorf“ am vergangenen Samstag in der rappelvollen KulturWerkStadt.
Die Exposition, in der 15 Personen aus unterschiedlichsten Geburtsländern anschaulichen Zugriff auf ihre teils verschlungenen Lebenswege und vielfältigen Motivlagen gestatten, die sie letzten Endes in diese kleine deutsche Stadt führten, ist noch bis Sonntag, 29. April, in der Burgdorfer Poststraße 2 zu sehen und erlaubt so spannende Einsichten und Begegnungen. „Es gibt eine Vielzahl bunter Geschichten hinter den Gesichtern unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger fremder Herkunft, die mich tief bewegt haben“, so Dr. Karl-Heinz Vehling, Vorstandsvorsitzender des Stadtmarketing Burgdorf (SMB). Gemeinsam mit dem Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) sowie der Stadt Burgdorf wurde die Ausstellung als „Herzstück“ zum aktuellen Themenjahr gleichen Titels unter maßgeblicher Mitwirkung von Projektleiterin Ursula Wieker zusammengestellt. Zu Herzen gingen auch die sehr persönlichen Aussagen von Ahmed Kuyucu (Türkei) und Anahita Haeber (Iran), die sich zu einem kurzen Gespräch mit Vehling bereit erklärt hatten.
Heimat sei dort, wo die Wurzeln liegen und das Zuhause dort, wo die eigene Familie beheimat ist, sagten beide übereinstimmend und betonten, bei ihrer Ankunft in Deutschland herzlich aufgenommen worden zu sein. „Wir kommen nach Auslandsaufenthalten immer wieder gerne nach zuhause zurück und wissen unser Leben hier sehr zu schätzen“, klang es beinahe wie eine Liebeserklärung an die Stadt und ihre Gemeinschaft, die ihnen zur „zweiten Heimat“ geworden ist. Anahita Haeber und Ahmed Kuyucu pflegen verständlicherweise noch sehr enge familiäre Bindungen in ihre Geburtsländer. „Ich muss mich doch um meine alten Eltern im Iran kümmern, die mir erst den Aufenthalt und das Studium (Hannover) in diesem Land ermöglicht haben“, machte Anahita Haeber begreiflich. Sie und Ahmed Kuyucu, der nach eigenen Worten sehr von der deutschen Sprache und Kultur geprägt ist, sind demzufolge Grenzgänger zwischen den verschiedenen Lebensarten und -formen und tragen so zum kulturellen und menschlichen Facettenreichtum Burgdorfs fundamental bei. Das gilt gleichermaßen für alle anderen Burgdorferinnen und Burgdorfer mit nichtdeutschen Wurzeln. Die elterlichen Wurzeln sollen natürlich auch die Kinder kennen lernen. „Wir entlassen unsere Kinder gerne in die weite Welt. Sind aber immer wieder glücklich, wenn sie zurück nach Hause kommen“, bekannten Anahita Haeber und Ahmed Kuyucu unter dem Beifall der Ausstellungsbesucher.
Viel Beifall erhielt auch das US-amerikanisch-deutsche Duo Allen Graham und Daniel Fernholz, dass den Auftakt zu „Burgdorf International - wir sind Burgdorf“ mit deutsch-, französisch- und englischsprachigen Liedern begleitete. „Im Deutschen gibt es den schönen Begriff „Wahlheimat“. Dieses Wort gibt es im Englischen nicht“, erklärte Allen Graham aus Los Angeles, der seit 20 Jahren Europa und Deutschland zu seiner Wahlheimat gemacht hat.
Die emotional eindringliche Ausstellung in der Burgdorfer KulturWerkStadt (Poststraße 2) öffnet immer samstags und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr. Empfehlenswerte Gruppenführungen sind auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten möglich. Ansprechpartner ist der VVV unter der Telefonnummer: (05136) 18 62. Der Eintritt ist frei.