Heitere Klänge - ernste Worte

Das Querflötenquartett der Musikschule Ostkreis Hannover sorgt bei der Ausstellungseröffnung für den musikalischen Rahmen.
 
Der Stadtmarketing-Vorsitzende Markus Wzietek eröffnet die Ausstellung mit einem Grußwort.
Burgdorf: Stadtmuseum Burgdorf |

Bürgermeister Alfred Baxmann erinnert bei der Eröffnung der Ausstellung "Burgdorf klingt gut!" auch an die Schattenseiten der Musik / Querflötenquartett und Wölflinge präsentieren ihre fröhliche Spielart

BURGDORF (fh). „Musik ist ambivalent – wie alles, was Menschen machen“ - spätestens bei diesen Worten dürfte den rund 100 Gästen im Stadtmuseum klar gewesen sein, dass Bürgermeister Alfred Baxmann nicht einfach zu einem launigen Grußwort ausholte. Bei der Eröffnung der neuen Ausstellung zum Themenjahr „Burgdorf – klingt gut!“ am Samstag, 27. Januar, unternahm er einen Streifzug durch die Musikgeschichte der Menschheit und ging dabei gerade auch auf deren Schattenseiten ein. Anstatt das werbewirksame Motto des Themenjahres mit ein paar leichtverdaulichen Plattitüden abzuhandeln, machte er unmissverständlich klar: Musik alleine sei eben noch kein Garant dafür, dass Burgdorf wirklich gut klingt.

Die dunkle Seite der Musik

Er erinnerte daran, dass der 27. Januar – das Datum der Ausstellungseröffnung – auch der Jahrestag der Befreiung von Auschwitz ist. In den Konzentrationslagern sei deutlich zu Tage getreten, wie zwiespältig Musik sei. „Es gab dort Lagerorchester: Menschen wurden zum Musizieren gezwungen und auch bei Exekutionen und auf den Todesmärschen wurde Musik gespielt“, führte Baxmann aus. „Gleichzeitig haben sich in den Lagern aber auch Frauengruppen – über alle sprachlichen und ethnischen Grenzen hinweg – zusammengefunden, um heimlich zu musizieren.“ Das habe ihnen dabei geholfen, den Terror der Lager zu überleben.
Musik und Frieden gehörten genauso zusammen wie Musik und Krieg. „Bei uns in Burgdorf ist Musik zum Glück seit vielen Jahrzehnten nur noch mit Frieden, Freude und Leidenschaft verbunden“, betonte Baxmann. Damit leitete er zu dem Teil seiner Rede über, mit dem viele Besucher schon viel früher gerechnet haben dürften: dem Dank an die Macher der Ausstellung und an die vielen Musikgruppen, die das kulturelle Leben der Stadt mit prägen. „Die Ausstellung zeigt nur einen ganz kleinen Ausschnitt dessen, was Burgdorf musikalisch zu bieten hat“, so Baxmann. Das fange bei dem wichtigen zeitgenössischen Komponisten Alfred Koerppen an und höre bei der musikalischen Früherziehung längst nicht auf: „Das ist etwas, was den Bürgermeister sehr freut und stolz macht.“

Wölflinge unterhalten mit fröhlichem Mitmach-Lied

Das dürfte vielen Besuchern seiner Zuhörer aus der Seele gesprochen haben. Gekommen waren neben Baxmann unter anderem sein Stellvertreter Matthias Paul, der Vorsitzende des Stadtmarketings Burgdorf (SMB) Markus Wzietek und Geschäftsführer Gerhard Bleich, der VVV-Vorsitzende Karl-Ludwig Schrader, der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Armin Pollehn und der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerald Hinz. Auch der Burgdorfer Kinderliedermacher Matthias Lück und viele Mitglieder von Burgdorfer Musikgruppen ließen sich die Eröffnungsveranstaltung nicht entgehen. Musikalisch wurde die Eröffnung von dem Querflötenquartett der Musikschule Ostkreis Hannover begleitet.
Zum Abschluss brachten die Wölflinge der Burgdorfer Pfadfinder unter Leitung von Monika Reißer die Zuschauer mit selbst gebastelten Instrumenten und einer lebhaft-wilden Inszenierung zum Lachen und in Bewegung. Nach typischer Kinderlied-Manier, die Erwachsenen aber ganz offensichtlich genauso viel Spaß machen kann, sollten alle passend zum Liedtext bestimmte Gesten machen: in die Hände klatschen, pantomimisch den imaginären Hut ziehen und dann zu den Zeilen „Burgdorf klingt gut!“ die Daumen in die Luft strecken.
Nach dieser Auflockerung schlenderten die Gäste beschwingt und gut gelaunt durch die Ausstellung und warfen einen ersten Blick auf die vielen alten Instrumente, Fotos und Schriftstücke in den Vitrinen sowie einige frühere Trachten der Musikformationen. Anhand vieler Ausstellungsstücke und umfangreicher Schautafeln werden mehr als 20 Burgdorfer Musikgruppen, Konzertveranstalter und Musiker vorgestellt. Die Schau ist noch bis zum 2. April im Stadtmuseum, Schmiedestraße 6, zu sehen und öffnet jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Vereine und Gruppen haben die Möglichkeit, mit SMB-Geschäftsführer Gerhard Bleich, Telefon (05136) 1862 eine Führung innerhalb der Woche zu vereinbaren. An den Wochenenden gibt es außerdem ein kostenloses Beiprogramm mit Konzerten.

Vorgestellt werden:

- Feuerwehrmusikzug Burgdorf-Hänigsen
- Liedertafel Burgdorf/Volkschor Burgdorf
- Hohner-Ring
- Haus der Jugend/JohnnyB.
- VVV, Scena
- der Kulturverein im VVV
- Stadtmarketing Burgdorf
- Verein für Kunst und Kultur und StadtHaus
- Musikschule Ostkreis Hannover
- Gymnasium Burgdorf
- Chor des Herrn K.
- Ökumenische Chorgemeinschaft St. Nikolaus – Paulus
- New Hymn
- Burgdorfer Kantorei
- Caritas-Singkreis
- Komponist Professor Alfred Koerppen
- Jens Eckhoff (Mitbegründer der Band „Wir sind Helden“)
- Lutz König (Inhaber der Musikschule „Allegro“ und Leiter des Chor des HerrnK.)
- Peter Fritz (Mitbegründer der „High Life Skiffle Group“)
- Liedermacher Daniel Fernholz
- Kinderliedermacher Mathias Lück
- Markus Baruth und Roland Mierswa