Heimatstube Ahlten ist "lebendig"

Das Orga-Team, v.l. Ursel Prüße, Heike Weigelt, Marlies Müller, Barbara Hörstmann und Heike Koehler.

Mehr Begegnungsstätte als Museum

von Dana Noll

AHLTEN. Ein süßer Duft aus Eierlikör, Gewürzen und frischem Obst und Gemüse zog am vergangenen Samstagvormittag durch die Heimatstube in Ahlten. Hier, in der Reihestelle 6, trafen sich zwölf Damen und vier Herren, um gemeinsam "wie zu Omas Zeiten zu kochen". Das hieß, keine Dosen öffnen, sondern selber schälen und schnippeln! Das Orga-Team - Ursel Prüße, Heike Koehler, Marlies Müller, Heike Weigelt und Barbara Hörstmann - hatten alles liebevoll vorbereitet. So wurden frische Zutaten eingekauft, ein Rezeptbuch zum Mitnehmen gestaltet und selbst ein Räucherofen aufgestellt. Hier wurden die Forellen für die Vorspeise geräuchert, die zuvor in einer Salzlake mit Gewürzen eingelegt wurden. Dazu wurde Vollkornbrot mit Butter gereicht - alles handmade! Auch für die zweite Vorspeise, einen Geflügelsalat, wurde jede Zutat frisch gemacht, selbst die Mayonnaise. Auf den Pichelsteiner Eintopf freute sich Ortsbürgermeisterin Heike Koehler "ganz besonders". Aber auch die Nachspeisen, der "Ahltener Sonntagspudding", ein Traum in "Braun und Weiß", sowie der "Schokoladen-Kirschkuchen" brauchten sich nicht zu verstecken. Als Krönung gab es hausgemachten Eierlikör und ein Prosit auf die guten alten Zeiten!
Der Kochkurs ist einer der zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten, die seit Eröffnung der Heimatstube Ahlten am 20. August 2017, in den Räumlichkeiten der Reihestelle 6, stattfinden. "Wir sind kein Museum, sondern eine Begegnungsstätte", erklärt Ursel Prüße. Natürlich findet sich an der ein oder anderen Stelle im Haus ein Relikt aus vergangenen Zeiten, aber im Fokus steht das miteinander erleben und austauschen. So treffen sich regelmäßig Interessierte der Niederdeutschen Sprache, um "platt zu snacken". Bei den "Erzähl doch mal..." - Begegnungen wird sich jeweils zu einem speziellen Thema ausgetauscht. "Es sind nicht nur Menschen willkommen, die etwas zu erzählen haben, sondern wir freuen uns auch über viele Zuhörer, die etwas aus der Ahltener Vergangenheit erfahren möchten, gern auch Neubürger", so Ursel Prüße. Auch die jüngeren Generationen sind in der Heimatstube gern gesehen. So wird sich auch regelmäßig am Feriencardprogramm beteiligt. Im April startet eine Computerschulung mit dem Schwerpunkt Internetsicherheit und in Kürze wird Hans-Henning Brandes eine Schulung im Lesen und Schreiben der deutschen Schrift anbieten.
Der 1. Juli 2018 sollte sich schon dick im Terminkalender angestrichen werden: Hier wird zum "Lesen an besonderen Orten" eingeladen. In Kooperation mit dem Künstlertreff Ahlten gibt es eine "ganz besondere Ausstellung" mit fünf FarbAKTeuren, die einen unterhaltsamen Nachmittag mit vielen Anregungen und Einblicken in frühere Maltechniken, versprechen.
Ein Blick lohnt sich auch jederzeit in das eingerichtete Archiv, das mit Sammlungen von Albert Diedrich und Ilse Prüße, so manche Anekdote über den Ort verrät.