„Heimat sein ist das Größte, was ein Mensch vergeben kann“

Erika Büchse (l.) musste ihre Heimatstadt Dessau verlassen, um in Burgdorf eine neue Heimat zu finden und anzunehmen. (Foto: Georg Bosse)

Jugendliche mit verschiedenen Wurzeln auf der theatralen Suche nach Heimat

BURGDORF/LEHRTE/UETZE (gb). Im Burgdorfer JohnnyB. hatten sich Jugendliche aus Lehrte, Uetze sowie aus Burgdorf auf die theatrale Suche nach „Heimat“ gemacht. Wer, was oder wo ist Heimat? Das war die bedeutungsvolle Frage, mit der sich Teenager aus Afghanistan, Iran und von der Elfenbeinküste sowie aus Deutschland und Paraguay in Performance-Form auf der JohnnyB.-Bühne vor gut 100 Gästen einprägsam beschäftigten.
Einige schöne Antworten hatten die neun jungen Leute für sich und die Besucher im Rahmen des KulTürchen-Projektes „Heimat“ gefunden, das von der Region und der Sparkasse Hannover gefördert wurde: „Heimat ist nicht immer da, wo dein Nachname auf dem Klingelschild steht.“ Ergänzt wurde diese tiefsinnige Aufführung unter der Regie von Nicole Buhr durch eine jugendliche Bilder- und Fotoausstellung im JohnnyB.-Eingangsbereich, die Yvonne Salewski und Sarah Ubrig aus Uetze zusammengestellt hatten.
„Heimat ist der Ort, an dem es Menschen gibt, die dich lieben und bei denen du dich geborgen fühlst.“ Diesen Ort und diese Menschen hat Erika Büchse wohl in der Auestadt gefunden. Im Rückblick erzählte die aus Dessau (Sachsen-Anhalt) stammende Vorsitzende der ai-Gruppe Burgdorf/Burgwedel von ihren (Kriegs-)Erlebnissen, die sie schließlich nach Niedersachsen verschlagen hatten. Und deshalb würde Erika Büchse sicherlich auch die Antwort auf die Heimatfrage, „Heimat sein ist das Größte, was ein Mensch vergeben kann“, sofort unterschreiben. Diese Größe würde man sich manchmal auch von einigen Staaten und Gesellschaften wünschen.
Die Projektverantwortlichen waren der Leiter des Jugendzentrums JohnnyB, Horst Gohla, und Ursula Wieker vom Burgdorfer Mehr-Generationen-Haus (BMGH).