Heesseler SV traf gegen Hannover 96 viermal ins Schwarze

Salif Sanè lässt sich mit Jannis, Alexander und Erik nach dem Spiel fotografieren. (Foto: Kamm)
 
„Volles Haus“ in Heeßel: Annähernd 800 Zuschauer verfolgten das Spiel des Landesligisten Heesseler SV gegen Hannover 96. (Foto: Kamm)

Landesligist unterlag den 96-Profis mit 4:9 Toren

HEESSEL (kd). Die wichtigste Nachricht vorab. Hannover 96 weiß noch, wo das gegnerische Tor steht. Viel wichtiger war aber, dass die „Roten“ in einem Freundschaftsspiel beim Heesseler SV außerdem den Beweis antreten konnten, wie man Tore erzielt. In Heeßel gelang dies Hannover 96 am Mittwochnachmittag zu der für Arbeitnehmer ungewöhnlichen Anstoßzeit von 15.30 Uhr gleich neun Mal. In einer torreichen Begegnung trafen die Hannoveraner beim 9:4 (5:2)-Sieg nicht nur zielsicher ins gegnerische Tor, sondern kassierten vor gut 800 Zuschauern auch vier Gegentreffer, was nicht für eine sattelfeste Abwehr des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga spricht.
Wen wundert es da, dass einige der Zuschauer die 96-Mannschaft nach dem Abpfiff mit hämischen Rufen wie „Absteiger, Absteiger“ in die Kabinen schickten, wobei sich einige 96-Kicker noch sagen lassen mussten: „Ihr spielt wie ein Drittligist.“ Überhaupt nicht nachvollziehbar war die Stellungnahme von 96-Trainer Thomas Schaaf nach dem Spiel, als er zwar einräumte, dass seiner Mannschaft keine vier Gegentore unterlaufen dürften, doch für die Abwehrschwächen mit der fadenscheinige Ausrede bei den Zuschauern um Verständnis warb: „Wir waren heute sehr offensiv aufgestellt. Heeßel war ein sehr engagierter Gegner. Für die Zuschauer war es ein erfrischendes Spiel. Doch vier Gegentore sind einfach zu viel, was auch daran lag, dass wir sechs Stürmer auf dem Platz hatten."
Aufschluss darüber, was Hannover 96 alles falsch gemacht hat, wird den Spielern auch eine Videoanalyse zeigen, da die Roten mit Videoequipment angereist kamen. Zu Besuch hatte sich auch der Bezahltsender Sky angesagt, der über seinen Sportkanal Sky Sport News viertelstündlich von dem Spiel berichtete. Es war also einiges los in Heeßel, wo zunächst das Konzept von Trainer Thomas Schaaf aufging, mit einer stürmischen Anfangshase dem Sechstligisten aus Heeßel Angst und Schrecken einzujagen, obwohl Mark Wielitzka bereits nach einigen Minuten mit einem Distanzschuss auf sich aufmerksam machte.
Dem Anfangstreffer von Hugo Almeida (11.) zur 1:0-Führung ließen die „Roten“ in der ersten halben Stunde noch weitere Tore durch Artur Sobiech (17.), Felix Klaus (21.), Niklas Feierabend (26.) und noch einmal Hugo Almeida (29./Foulelfmeter) zur 5:0-Führung folgen, ehe der Landesligist aus Heeßel durch ein Eigentor von Salif Sanè (43.) und einem weiteren Treffer von Jonas Künne (45.) noch vor der Halbzeitpause auf 2:5 verkürzen konnte.
In der 2. Halbzeit, in der Trainer Niklas Mohs insgesamt fünf Spieler auswechselte, setzte sich das muntere Scheibenschießen fort. Hugo Almeida (47.) und Felix Klaus (58. und 61.) ), die jeweils als dreifache Torschützen in Erscheinung traten, erhöhten auf 8:2, ehe wieder der kleine HSV an der Reihe war, der unter dem Jubel von Heeßels Anhängern durch Alexandar Gellert (76.) und Henrik Franke (82.) auf 4:8 verkürzen konnte. Nachwuchstalent Niklas Feierabend (88.) sorgte mit dem 9:4 für Hannover 96 für den Schlusspunkt in einer Partie, die viele Fragen aufwirft, wie es mit den „Roten“ nach dem mehr als wahrscheinlichen Abstieg weitergehen soll.
„Ich hatte mir Hannover 96 stärker vorgestellt“, gab dann auch Heeßels Trainer Niklas Mohs zu, auf dessen Mannschaft am Ostermontag wieder der Punktspielalltag mit dem Pflichtspiel zu Hause gegen den TSV Barsinghausen wartet, während Hannover 96 noch bis zum kommenden Sonnabend, 2. April, Zeit hat, wieder für Ordnung in seiner Abwehr zu sorgen, um gegen den Hamburger SV in der HDI-Arena nicht eine erneute Heimniederlage zu kassieren.
Der Heesseler SV setzte folgende Spiele rein: Dubberke - Bahls (46. Bilmez) Franke, Kriesten (46. Philip Hellberg), Maczuga (46. Sahin Caran/ 60. Brüntjen) - Großöhmichen, Gellert, Rohden (46. Ediz), Künne, Schuder - Wielitzka.
Hannover 96 spielte mit: Tschauner - Hoffmann, Sanè, Gülselam - Schmiedebach, Saint Maximin, Felix Klaus, Feierabend, Wolf - Almeida, Sobiech.