Heeßel wohl weiter mit der „Speerspitze“ Heiko Reißer

Karsten Lübbe (stehend; l.) erklärte zu Beginn der Heeßeler Bürgerversammlung den rechtlichen Rahmen sowie die Arbeit und die Aufgaben eines Ortsrates. (Foto: Georg Bosse)

Meinungsbild gegen Ortsrat in der Bürgerversammlung

HEESSEL (gb). Die Ortschaft Heeßel ist mit ihren rund 1000 Einwohnern der viertgrößte Burgdorfer Ortsteil. Aber nicht allein diese Tatsache war Anlass für die Heeßeler Karsten und Anke Lübbe, Hartmut Lübbe, Klaus Walter, Reinhard Nicks und Björn Sund ein Begehren zur Installation eines Ortsrates auf den Weg in die Öffentlichkeit zu bringen.
Um ihre Vorstellungen ortsöffentlich zu machen, hatte die Initiatorengruppe alle Heeßeler am vergangenen Donnerstagabend, nachdem sie Werbung „in eigener Sache“ gemacht hatte, zu einer Bürgerversammlung in die Fahrzeughalle der Freiwilligen Ortswehr eingeladen. Moderiert von Ortsvorsteher Heiko Reißer sollte dabei ein möglichst positives Stimmungsbild „pro Ortsrat“ herumkommen, um dieses Votum dann den Burgdorfer Ratsfraktionen zur (positiven) Entscheidung vorlegen zu können. Aber bei der abschließenden Abstimmung kam es dann nicht ganz überraschend etwas anders.
In der Debatte äußerten sich viele Heeßeler, teils mit Beifall begleitet, zur aus ihrer Sicht guten Arbeit von Ortsvorsteher Reißer, sodass sich am Ende die wahlberechtigten Heeßeler mit 57 zu 54 Stimmen gegen einen Ortsrat aussprachen. Die geheime Wahl wurde von 116 der 119 anwesenden Einwohner wahrgenommen. Fünf Bürger enthielten sich einer Entscheidung.
Die Befürworter hatten ihre Initiative für einen Ortsrat damit begründet, dass dadurch die Belange von Heeßel und seinen Einwohnern „besser und demokratischer“ vertreten werden könnten. Besonders beim wichtigen Thema „Bauleitplanung“ sei mit einem Ortsrat eine größere Einflussnahme betroffener Ein- bzw. Anwohner möglich, so Hartmut Lübbe und Björn Sund.
Eine klare Gegenposition bezog Dr. Karl-Heinz Vehling, Ex-SMB-Vorsitzender und seit 1994 in Heeßel wohnhaft: „Der Ortsvorsteher ist hier im Dorf das Modell der pragmatischen Vernunft mit der „Speerspitze“ Heiko Reißer, dass ich ungern wechseln würde. Auch fehlt mir der Glaube an eine größere Effektivität eines Ortsrates gegenüber der Stadt Burgdorf, in der ich eine kompetente Führung des Hauptverwaltungsbeamten vermisse.“ Aus Reihen der Gegner des Begehrens kam noch der Hinweis, dass ein Ortsrat auch mehr Geld kosten würde.
Darüber hinaus bekamen die Anwesenden im Verlauf der Veranstaltung das Gefühl, dass das Ganze mit der „heißen Nadel gestrickt“ sein könnte. Denn nach Worten von Heiko Reißer musste das „Stimmungsbild“ noch am gleichen Abend ins Rathaus, um entscheidende Fristen einzuhalten. Der Heeßeler Bürgerwille hat nun ein „Meinungsbild gemalt“, dass sich die Ratsfraktionen jetzt genau anschauen werden, um dann zu einer Entscheidung zu kommen.