„Händlerin der Worte“ in der Grundschule

Die Händlerin der Worte jonglierte mit den Buchstaben und sorgte für große Begeisterung bei den Grundschüler/innen.

Aufführung an der Wilhelm-Raabe-Schule begeisterte

SEHNDE (dno). Aufgeregtes Gemurmel in der Turnhalle der Wilhelm-Raabe-Grundschule in Sehnde am Montagmorgen. Hier warteten 167 Schüler/innen gespannt und neugierig auf „Die Händlerin der Worte“ alias Alexandra Hehl von der Nimmerland Theaterproduktion. Punkt 11 Uhr stürmte sie hinein - im lustigen Kleid mit bunter Schürze, schwarzem Hut und prall gefülltem Korb.
Sofort waren die Kinder mitten im Geschehen, denn die „Händlerin der Worte“, benannt nach dem gleichnamigen Theaterstück, wirbelte über die Bühne und jonglierte mit den Buchstaben. „Ich kenne das Stück, es passt perfekt in den Lehrstoff und zu unserer Grundschule“, lobte Schulleiterin Regina Hecht, „Es ist immer schön, wenn die gesamte Schule etwas gemeinsam erleben kann.“
Das Theaterstück wurde 1999 in Frankreich unter dem Titel „La marchande de mots“ uraufgeführt. Seit 2005 ist es ein fester Bestandteil im Spielplan der Nimmerland Theaterproduktion in der Übersetzung von Thomas Lange. Allein in Deutschland wurde es über 2.500 Mal vor mehr als 300.000 Kindern gespielt. Die „Händlerin der Worte“ wird sogar vom Duden unterstützt und wurde 2010 von der bayerischen Schulkommission für Grundschulen als empfehlenswert ausgezeichnet.
Schauplatz ist ein Wochenmarkt und mittendrin ein kurioser Stand, an dem nicht Obst, Gemüse oder Blumen verkauft werden, sondern viele bunte Wörter und Buchstaben. Eigentlich wäre alles bestens präpariert für einen erfolgreichen Verkaufstag, wenn nicht am Vortag ein Dieb auf dem Wochenmarkt alle Wörter gestohlen hätte, die zum guten Zusammenleben unter den Menschen wichtig sind. Eine missliche Situation, denn schließlich kann die Händlerin diese wichtigen Wörter nun nicht mehr aussprechen, geschweige denn zeigen oder gar verkaufen. Sie muss sich also auf die noch vorhandenen Buchstaben stützen. Dabei spricht sie über die Wörter der Höflichkeit, über die Angst vor Fremdwörtern, über Worte, die verletzen können und über die Schwierigkeit, mit Worten zu heilen. Am Ende helfen ihr die Kinder, alle Wörter einzusammeln, von denen sie denken, sie seien wichtig für ein gutes Zusammenleben.
"Die Händlerin der Worte" ist eine wunderschöne, fantasievolle und zauberhafte Geschichte über die Macht von Worten. Sie erinnert uns daran, freundlich miteinander umzugehen, zeigt uns, dass manche Äußerungen verletzen können und dass man auf diese ruhig verzichten kann. Das alles ist verpackt in einer spannenden Abenteuergeschichte, die nicht mit dem erhobenen Zeigefinger ermahnen, sondern unterhalten will.
Zum ersten Mal war die Nimmerland Theaterproduktion mit dieser Aufführung an der Wilhelm-Raabe-Grundschule. Bei der Begeisterung der Erst- bis Viertklässler wohl auch nicht zum letzten Mal. „“Es gibt noch die Händlerin der Worte Teil 2, da werden wir uns mal nach erkundigen“, versprach Regina Hecht.