Größtes Problem in Burgdorf sind die Hallenkapazitäten

Die geehrten Mitglieder der TSV Burgdorf bei der Jahreshauptversammlung. (Foto: st)
 
Hedda Rüdiger und Friedel Stümpel sind seit 65 Jahren Mitglied bei der TSV Burgdorf. (Foto: st)

„Wir für alle“ bei der Jahreshauptversammlung der TSV Burgdorf

BURGDORF (st). „Nichts funktioniert ohne Funktionäre“, meinte Alfred Baxmann, Bürgermeister der Stadt Burgdorf in seinen Grußworten bei der Jahreshauptversammlung der TSV Burgdorf und dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern im Verein. Er sah sich aber auch mit dem großen Problem der Hallenzeiten konfrontiert, die besonders bei den Handballern für erhebliche Einschränkungen sorgen oder in Zukunft sorgen könnten.
„Wir als Stadt Burgdorf sind dafür zuständig, ihnen die Voraussetzungen für sportliche Aktivitäten zu schaffen. Wir versuchen die Hallenzeiten nicht zu reduzieren, aber wir haben auch eine große Verantwortung gegenüber Menschen, die sozial schlechter gestellt sind“, blickte Baxmann im Hinblick auf die Flüchtlingspolitik auf die Aufgaben in den nächsten Monaten und die eingeschränkten Hallenkapazitäten. Für die TSV um den Vorsitzenden Dr. Peter Kehl ist das schwer zu beurteilen, denn die Sportstadt Burgdorf mit dem Aushängeschild der Bundesligamannschaft der Recken benötigt dringend eine Alternative zur Halle der Gudrun-Pausewang-Schule, die bereits ab Mitte 2017 für die Spiele der Nachwuchsteams aus der A-Jugend-Bundesliga und 3. Liga nicht mehr genutzt werden kann. Deshalb forderte Kehl auch, dass eine Veranstaltungshalle vergleichbar mit der Halle in der Partnerstadt Calbe nötig ist, denn sonst wird sich der Sport in der Stadt insgesamt und nicht nur bei den Handballern zurück entwickeln. „Da darf es keinen Rückschritt geben“, meinte Kehl, „Sport ist wichtig in der Stadt.“
Auch Benjamin Chatton, Geschäftsführer der TSV Hannover-Burgdorf, machte auf die Infrastruktur und die Kapazitäten aufmerksam. Im Team der Recken sei Mannschaftsspirit enorm wichtig, werde gefördert und muss sich entwickeln. Deshalb bleibt die Mannschaft auch im nächsten Jahr zusammen, mit Fabian Böhm kommt nur ein neuer Spieler in den Kader um Coach Jens Bürkle. Der Erfolg in der Bundesligamannschaft ist abhängig von der Jugendarbeit, denn unter den 18 eingesetzten Spielern der zu Ende gehenden Saison sind acht Akteure, die zumindest zeitweise bei der TSV Burgdorf in der Jugend aufgewachsen sind. Diese Bilanz kann wohl kein anderer Bundesligist aufweisen. „Deshalb wären wir froh, wenn wir nicht um die Hallenzeiten kämpfen müssten, sondern sie verteilen könnten.“
Anschließend beantwortete Chatton noch Fragen zur aktuellen Situation der Recken und zu den Chancen von Jugendspielern, in die Bundesligamannschaft aufsteigen zu können.
Darüber hinaus ist die TSV Burgdorf ein rundherum gesunder Verein und so wurden die Vorstandsmitglieder einstimmig entlastet. Neben den Handballern hat der über 3000 Mitglieder starke Verein noch elf weitere Abteilungen und so kann die TSV immer behaupten, dass sie in Bewegung ist. Besonders vielfältig ist das Angebot der stärksten Abteilung, denn bei den Turnern ist für jeden ambitionierten Einwohner jeglichen Alters etwas dabei. Informationen hierzu gibt es in der Geschäftsstelle der TSV, die kürzlich in einem Workshop den Leitsatz „Wir für alle“ ausgegeben hat und in den nächsten Jahren bis 2020 noch weitere Initiativen rund um den Sport fördern und entwickeln möchte.
In den Abteilungen Fußball mit Martin Bäte, Badminton mit Stefan Richter und Handball mit Dr. Peter Kehl gibt es seit dem Frühjahr neue Vorsitzende und alle freuen sich bereits auf die Initiative „Burgdorf bewegt sich“, die am 4. September mit einer großen Veranstaltung in Burgdorf fortgeführt wird und zu der Ideen aus den Reihen der Sportler herzlich willkommen sind.
Als neuer Kassenprüferobmann wurde Bernd Lindemann und als neue Kassenprüferin Karin Klein ohne Gegenstimmen gewählt.
Eine besondere Ehrung wurde Hedda Rüdiger und Friedel Stümpel zuteil. Beide wurden für 65 Jahre Mitgliedschaft von Kehl geehrt.