Gerhard Lüdtke zeigt seine Dampfmaschinen im Stadtmuseum

Gerhard Lüdtke präsentiert seine gesammelten Dampfmaschinen im Burgdorfer Stadtmuseum. (Foto: VVV)

Originelles aus Sammlerstuben ist bis zum 29. April zu sehen

BURGDORF (r/jk). Seit dem 18. Februar tauchen die Besucher des Stadtmuseums (Schmiedestraße 6) in die Welt des Sammelns ein. In der Ausstellung „Michael Jackson kommt nach Burgdorf - Sammler stellen aus“ ist bis zum 29. April eine bunte Auswahl origineller Sammlerstücke zu sehen. Meist aus Burgdorf stammende Sammler haben für den VVV und die Stadt Burgdorf ihre Schatzkammern geöffnet und präsentieren oftmals zum ersten Mal die Früchte ihrer jahrelangen Sammeltätigkeit. Viele Raritäten sind dabei zum Vorschein gekommen und verwandeln die Schau in ein Kuriositätenkabinett menschlicher Sammellust. Der große Besucherzustrom der vergangenen Wochen und eine Vielzahl positiver Einträge im Gästebuch des Stadtmuseums spiegeln das rege Interesse wider, das die Ausstellung bislang hervorgerufen hat.
Zu den passionierten Sammlern, deren Exponate im Stadtmuseum zu sehen sind, gehört der Burgdorfer Gerhard Lüdtke. Er baut und sammelt Dampfmaschinen. Geboren am 29. Juli 1936 in Köslin/Pommern, gelangte er in den Nachkriegswirren nach Sorgensen, wo sein Vater in einem Lazarett lag und mit seiner Familie neue Wurzeln schlug. Nach einer Ausbildung zum Schmied und einer mehrjährigen Tätigkeit in der Werkstatt des Hänigser Schachts Riedel arbeitete er von 1959 bis zu seinem Vorruhestand im Jahr 1991 in der Kunststoffverarbeitung bei den hannoverschen GEHA-Werken.
Bevor er zu dem zeitintensiven Hobby des Dampfmaschinenbaus gelangte, war er dreißig Jahre als Flugmodellbauer im Modellbauclub Lehrte aktiv. Nach dem Eintritt in den Ruhestand entschied er sich für eine neue Freizeitbeschäftigung und entdeckte nach dem Besuch mehrerer Ausstellungen sein aus Kindertagen herrührendes Interesse für Dampfmaschinen wieder. Er schaffte sich Drehbank und Fräsmaschine an und baute seine erste Dampfmaschine. Die raffinierten konstruktionstechnischen Feinheiten ihrer Mechanik faszinieren ihn am meisten. Heute ist seine Sammlung auf über ein dutzend funktionsfähige Exemplare angewachsen, die er alle nach ihren großen Vorbildern in mehrmonatiger Tüftelei nachgebaut hat. Seine im Stadtmuseum ausgestellten Exponate stellen eine besondere Auswahl seiner Dampfmaschinensammlung dar.
Neben diesen finessenreichen Erzeugnissen des Erfindungsgeistes zeigt die Ausstellung als Panoptikum menschlicher Sammlerphantasien neue Zinnfiguren der Burgdorfer Zinnfigurensammlung, Filmprogramme und Blechspielzeug aus der Nachkriegszeit, antiquarische Gesang- und Gebetbücher, LKW-Modelle, Erinnerungsstücke an Michael Jackson und Wilhelm Buschs „Max und Moritz“-Geschichten, Puppen alter Zeiten, allerlei Variationen an Zuckertüten und vieles andere mehr.
Das Stadtmuseum ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.