Gelungenes Abschlussfest der DGB-Renten-Tour

Die DGBler zeigten mit Schildern um den Hals, wohin die finanzielle Reise bei Renteneintritt hingeht.

Information und Unterhaltung auf dem Rathausplatz

LEHRTE (dno). Beim Blick auf die Rentenscheibe, wurde einigen Besucher/innen auf dem Abschlussfest der DGB-Renten-Tour ganz mulmig. Bei einem Vollzeit-Job mit einem Verdienst von 2.500 Euro (brutto) bleiben bei heutigem Renteneintritt etwa 897 Euro – vorausgesetzt, man hat durchgängig 40 Jahre lang gearbeitet und diesen Verdienst gehabt. Bei früherem Renteneintritt, Ausfall durch Kindererziehungszeiten, bei Teilzeit- oder Minijob oder anderen Abweichungen sind die Aussichten noch düsterer. Und die Renten befinden sich weiter im Sinkflug. Lag sie 2004 noch bei 53 Prozent, sind es heute nur noch 47,9 Prozent und könnten bis 2030 sogar auf 43 Prozent fallen.
Daher tourten unter dem Motto „Rente muss reichen“ seit Ende Mai drei Rentenmobile des DGB-Bezirkes durch Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt, um auf die politischen Forderungen der DGB-Gewerkschaften aufmerksam zu machen. Über 70 Aktionen in Innenstädten, auf Betriebsversammlungen und Stadtfesten warben für eine starke, gesetzliche Alterssicherung.
Am Wochenende wurde zur Abschluss-Kundgebung geladen. Ein buntes Programm aus Information und Unterhaltung lockte zahlreiche Lehrter/innen zum Rathausplatz. An Aktionen wie Kinderschminken, Hüpfburg oder Dosen werfen hatten die jüngsten Gäste besonders   großen Spaß. Auf der Bühne gab es musikalische Unterhaltung beispielsweise mit der Bläser Klasse des Lehrter Gymnasiums sowie interessante Gespräche u.a. mit Maren Kaminski, Mitglied im DGB-Kreisverband Hannover:“Frauen sind schon heute überdurchschnittlich von Altersarmut betroffen. Aus Minijobs werden oft Minirenten, da muss sich was ändern.“ „Wir fordern eine Umkehr in der Rentenpolitik", fügte Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hinzu. Und auch Hartmut Tölle, Vorsitzender DGB-Bezirk Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt erklärte, „Die Rentenreformen der Jahrtausendwende haben sich als kompletter Fehlschlag erwiesen. In Niedersachsen ist mittlerweile jeder sechste Rentner von Altersarmut bedroht. Die politisch Verantwortlichen müssen endlich handeln und sozialen Abstieg im Alter verhindern!“
DGB und verd.di wollen daher die gesetzliche Rente stärken. „Wir müssen erst einmal das weitere Absinken des Rentenniveaus stoppen, die 48 Prozent stabilisieren und dann in einem weiteren Schritt auf 50 Prozent anheben“, so Reinhard Nold, Vorsitzender DGB-Ortsverband Lehrte.