Gelungener Auftakt zur Suchtpräventionswoche

Mit vielen Emotionen wurde die Gefahr der Alkoholsucht eindrucksvoll dargestellt. Foto: Daniela Rosendahl (Foto: Daniela Rosendahl)

Theaterstück „Alkohölle“ machte Berufsschüler betroffen

BURGDORF (r/jk). Lena (Nina Fischer) macht ein Praktikum in der Werbeagentur ihrer Tante Maxi (Beate Albrecht). Sie ist allein im Büro, als der Auftrag einer Spirituosenfirma hereinkommt. Der coole Ally (Tobias Vorberg) bietet ihr an, ein neues Mixgetränk zu bewerben. Lena nimmt an - sie und ihre Clique trinken viel, sie kennt sich also aus. Als Maxi jedoch von diesem Auftrag erfährt, will sie ihn ablehnen: Alkohol wird von ihrer Agentur nicht beworben. Lena versteht nicht, warum. Ein Streit entsteht und sie muss eine weitere Geschichte erfahren. Diese ist jedoch alles andere als lustig, berührt sie zutiefst und bringt sie zum Nachdenken...
Etwa 550 Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, verfolgten zum Auftakt der Suchtpräventionswoche an den Berufsbildenden Schulen Burgdorf-Lehrte das Theaterstück „Alkohölle“, in dem eindrucksvoll die Geschichte von Lena und ihrer Familie dargestellt wurde. Obwohl das Kurt-Hirschfeldforum in Lehrte bei beiden Vorstellungen gut gefüllt war, konnte man zeitweise eine Stecknadel fallen hören. Besonders, als Lenas verstorbener Vater (gespielt von Peter Peisler) seinen Unfall schilderte, herrschte im Publikum betroffene Stille. Nachdenklich und konzentriert hörte es zu, als Lena die Wahrheit über den Tod ihres Vaters erfuhr. Er war am Alkohol zugrunde gegangen.
Im Anschluss an das Theaterstück richteten sich dann auch die meisten Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauer an Peisler – selbst trockener Alkoholiker. Eindrucksvoll schildert er, dass er durch seine Alkoholsucht fast alles verlor und sich nach einer ersten Therapie und anschließendem Rückfall schließlich gegen den Tod, für das Leben entschied. Viele seiner Erfahrungen sind in das Stück eingeflossen.
„Mir hat das Theaterstück gut gefallen, die Problematik wurde gut dargestellt“, so das Fazit von Katharina Eick, Schülerin der BBS-BL „Ich habe selbst erlebt, dass sich Jugendliche – manchmal auch aus Langeweile – unkontrolliert betrinken. Aufklärung ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Allerdings bezweifle ich auch, ob damit jeder Jugendliche erreicht werden kann." Einen Tag nach der Aufführung berichtet eine Lehrerin: „In meiner Klasse sind einige Schüler ins Grübeln geraten. Sie überlegen sich, ob sie wirklich wie geplant auf Sauftour gehen sollen, wollen, können… Eine schwere Entscheidung, die Verantwortung muss jeder für sich selbst tragen. In dieser Hinsicht gibt es keinen Unterschied zwischen Theater und Realität.