„Gaff nicht in den Himmel...“ in Burgdorf erstaufgeführt

Exakt 534 Jahre nach Luthers Geburt, wurde am vergangenen Freitag das Oratorium „Gaff nicht in den Himmel...“ im Burgdorfer PAULUS-Kirchenzentrum aufgeführt. Foto: Georg Bosse
Burgdorf: Georg Bosse |

Finaler Höhepunkt des Reformations-Jubiläums im PAULUS-Kirchenzentrum

BURGDORF (gb). Der Kirchenkritiker und Reformator, Bibelübersetzer und Begründer des Protestantismus, Martin Luther, wurde im ausgehenden Spätmittelalter am 10. November 1483 in Eisleben geboren. Dem Augustiner-Theologen haben Matthias Nagel (Musik) und Dieter Stork (Konzeption & Text) das Oratorium „Gaff nicht in den Himmel...“ gewidmet, das am 10. November 2016 im westfälischen Hagen uraufgeführt wurde. Exakt ein Jahr später kam das Werk als letzter großer Höhepunkt des Reformations-Jubiläumsjahres am vergangenen Freitagabend (10. November) im PAULUS-Kirchenzentrum zur Erstaufführung in Burgdorf. Der leicht provokante Titel bezieht sich auf eine Luther-Predigt.
Das Oratorium zeichnet das Leben und Wirken Luthers sowie das Geschehen der Reformation in 71 Sprechszenen, Lied- und Luthertexten nach. Während das Pastoren-Ehepaar Susanne und Matthias Paul die wichtigen Sprecherrollen übernommen hatten, zeichnete Ilsabe Bartels-Kohl für die Gesamtleitung mit Chor und Instrumentalisten verantwortlich.
Für „Gaff nicht in den Himmel...“ hatte Bartels-Kohl einen so genannten Projektchor mit Sänger/innen aus drei ökumenischen Burgdorfer Chören und Kinderstimmen, Musiker des Heeres-Musikcorps`, der Musikschule Ostkreis Hannover sowie Instrumental- und Gesangssolisten/innen zusammengetrommelt.
Das Zitat aus der Luther-Predigt, „Gaff nicht in den Himmel...“, gab dem Oratorium seinen Titel, der in Szene 60 vom Chor als Mottolied vorgetragen wurde: „Gaff, gaff, gaff, gaff, gaff, nicht in den hohen Himmel, ob, ob,ob, ob du im Azur Gott finden könntest...“. Und eine Stimme bekräftigt mittendrin: „Wenn du mir dienen willst, sollst du mich nicht unter den Engeln suchen. Wenn du mich lieben willst, liebe den Nächsten...“
Martin Luther war ein genialer Liedermacher. Das Werk mit zitierenden Stimmen und Lutherliedern, die mit eingängiger Sakro-Popmusik verwoben wurde, ist in seinen theologischen und gesellschaftlichen Aussagen hochaktuell.