Für Hannover 96 geht es heute um die internationalen Plätze

Spiel beim Hamburger SV ist richtungsweisend

HANNOVER (kd). Nach zwei Spielen der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga mit nur einem Unentschieden bereits von einem Fehlstart von Hannover 96 zu sprechen, wäre ein wenig verfrüht. Doch kommt man nicht darum herum, von einem Pflichtspielsieg der Hannoveraner am heutigen Sonnabend um 18.30 Uhr beim Hamburger SV zu sprechen, sofern die 96er nicht vorzeitig ihre Hoffnungen auf das Erreichen eines Europa-League-Platzes zu den Akten legen wollen.
Nach der vermeidbaren 0:1-Niederlage zum Auftakt beim FC Schalke 04 reichte es für Hannover 96 am Dienstagabend in der HDI-Arena im Heimspiel vor 30.500 Zuschauern gegen den 1. FSV Mainz 05 nur zu einem 1:1 (1:0)-Unentschieden. Einer passablen Leistung in der 1. Halbzeit, die mit einem Tor von Jimmy Briand in der 26. Minute zur verdienten 1:0-Führung belohnt wurde, ließen die 96er nach der Pause eine weitaus schwächere 2. Halbzeit folgen. Nach Vorarbeit des überragenden Johannes Geis ließ der Kolumbianer Elkin Soto in der 77. Minute den Treffer zum verdienten 1:1-Endstand für die Mainzer folgen.
Statt oben anzugreifen und um die internationalen Plätze mitzuspielen, rangieren die 96er als Tabellenachter mit 25 Punkten nun im Niemandsland der Bundesliga. „Ich hatte mir aus den ersten drei Rückrundenspielen der Bundesliga sieben Punkte erhofft“, gab 96-Präsident Martin Kind zu, der mit etwas Wehmut feststellte: „Jetzt können es maximal nur noch vier Punkte werden.“
Immer vorausgesetzt, die „Roten“ gewinnen am heutigen Sonnabend um 18.30 Uhr ihr Spiel bei dem fünf Punkte schlechter platzierten Hamburger SV. Der „große“ HSV wiederum verschaffte sich am Mittwochabend durch den 3:0 (1:0)-Auswärtssieg beim SC Paderborn 07 ein wenig Luft im Abstiegskampf. Trotz zuletzt Millioneninvestionen für die Winterverpflichtungen von Ivica Olic vom VfL Wolfsburg und des Last-minute-Einkaufs Marcelo Diaz vom FC Basel sind die Hanseaten noch weit vom Leistungsvermögen einer Spitzenmannschaft entfernt, wenngleich sie durch den Sieg in Paderborn die Abstiegsplätze verlassen und auf den 13. Rang klettern konnten. Trotzdem sollten die 96er in der Lage sein, dem mit nur 12 Toren schwächsten Angriff aller Bundesligisten Paroli zu bieten.
Bei dem seit neun Spielen sieglosen Aufsteiger aus Paderborn kam dem HSV das schnelle Führungstor durch den Foulelfmeter von Rafael van der Vaart (2. Min.) zugute. Nachdem Elias Kachunga für die Paderborner mit einem Heber in der 54. Minute nur die Latte traf, erhöhte Marcell Jansen in der 72. Minute mit einem Schuss aus der Drehung nach einer unberechtigten Ecke auf 2:0, dem Zoltan Stieber in der Nachspielzeit noch das 3:0 folgen ließ. Kein Grund also für die 96er vor den Hamburger Minimalisten trotz des Sieges in Paderborn in Ehrfurcht zu erstarren. Zumal damit zu rechnen ist, dass Trainer Tayfun Korkut am Sonnabend erstmals seinen portugiesischen Nationalspieler Joao Pereira einsetzen wird. Der Wintereinkauf vom FC Valencia gehörte bereits gegen Mainz als Einwechselspieler zum Aufgebot der „Roten“. Dagegen kommt für Didier Ya Konan ein Einsatz noch zu früh. Der frühere 96-Torjäger muss nach seinem Wüstenabenteuer erst noch seinen Fitnessrückstand aufholen.