„Frieden ist die Meisterschaft der Vernunft“

Realschul-Rektorin Karin Lütjen hielt in diesem Jahr die Rede zum Volkstrauertag am Ehrenmal im Burgdorfer Stadtpark: „Die Toten brauchen keine Fahnen, sondern unser Gedächtnis.“ (Foto: Georg Bosse)

Feierstunde zum Volkstrauertag in Burgdorf

BURGDORF (gb). Zum Volkstrauertag am vergangenen Novembersonntag hatte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsverband Burgdorf, zu traditionellen Feierstunde mit Kranzniederlegung am Ehrenmal im Stadtpark aufgerufen. Aus Anlass des zu den „Stillen Tagen“ gehörenden staatlichen Gedenktags hielt die Burgdorfer Realschul-Rektorin Karin Lütjen eine kurze Ansprache. Die getragene, musikalische Umrahmung wurde wie in den Jahren zuvor vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehren Burgdorf/Hänigsen gestaltet.
„Der November mutet uns Menschen viel Trauer und innere Anteilnahme zu“, begann Karin Lütjen ihren Appell für Versöhnung, Verständigung und Frieden zwischen allen Völkern. Inmitten der (Korporations-)Abordnungen der Burgdorfer Schützengesellschaft, der Freiwilligen Ortswehr Burgdorf, des Fanfarencorps „Wikinger“ sowie der Burgdorfer Marine- und Reservistenkameradschaft stellte Lütjen fest, dass die Zahl der Gedenkenden jedes Jahr weniger wird. Dies sei kein Tag der „Heldenverehrung“. Stattdessen müsse es das Anliegen sein, jedes Einzelnen zu gedenken, der um sein Leben betrogen wurde, mahnte sie, denn „die Toten brauchen keine Fahnen, sondern unser Gedächtnis“.
„Aber warum überhaupt an die Schrecken der Vergangenheit und der Gegenwart erinnern“, fragte Karin Lütjen und gab die Antwort gleich selbst: „Die Botschaft ist, uns zu sagen, wohin Hass, Gewalt, Verblendung und die Unmenschlichkeit der Menschen führen kann.“ Ihre Rede schloss die Rektorin mit einem Wort des bedeutendsten deutschsprachigen Philosophen der Aufklärung, Imanuel Kant (1724-1804): „Frieden ist die Meisterschaft der Vernunft.“
Im Auftrag des Volksbundes der Deutschen Kriegsgräberfürsorge findet noch bis zum 30. November eine Haussammlung in Burgdorf statt. Mit Hilfe der Spendengelder finanziert der Volksbund seine weltweiten Aufgaben, wie die Erhaltung der bestehenden Kriegsgräberstätten als Mahnmale für den Frieden. Der Volksbund leistet außerdem hilfreiche Arbeit auf dem Gebiet der Völkerverständigung. So werden beispielsweise internationale Jugendlager eingerichtet, die eine Begegnungsstätte für die Jugend aus aller Welt sind.