Frauen protestieren

Frauen aus mehreren SoVD-Ortsverbänden demonstrieren in der Burgdorfer Innenstadt für mehr Lohngerechtigkeit.

Mitglieder des Sozialverbands Deutschland (SoVD) fordern Lohngerechtigkeit

BURGDORF (fh). „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ - dafür haben neun Frauen aus mehreren SoVD-Ortsgruppen demonstriert. Am Mittwoch sind sie mit neongelben Westen und selbst gebastelten Schildern durch die Burgdorfer Innenstadt gezogen. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass Frauen noch immer 21 Prozent weniger verdienen als Männer“, erklärt Christa Huwald, die Vorsitzende des Ortsverbandes Uetze und Frauensprecherin im Kreisverband Burgdorf ist. Ihr Ehemann Siegfried hat als einziger Mann an der Aktion teilgenommen, um deutlich zu machen, dass er die Forderungen der Frauen unterstützt. "Er ist schon oft mitgelaufen", betont Christa Huwald.
Die Frauen aus dem SoVD-Kreisverband Burgdorf demonstrieren schon seit elf Jahren jeweils im Frühjahr für mehr Lohngerechtigkeit. Bisher haben sie dafür immer den sogenannten Equal-Pay-Day als Anlass genommen. Doch weil sich dieses Jahr die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland zum 100. Mal jährt, hat sich die Gruppe entschieden, die Aktion in die Woche des Internationalen Frauentags zu legen. "Der war zwar am Donnerstag, aber Mittwoch ist wegen des Wochenmarktes mehr los in Burgdorf", begründet Huwald die Terminwahl. Aus ihrer Sicht war die Entscheidung richtig: "Ich hatte das Gefühl, dass wir eine bessere Resonanz hatten als in den vergangenen Jahren." Sie hätten 50 Einkaufs-Taschen mit Infozetteln dabei gehabt und seien an dem Vormittag alle losgeworden. "Viele Marktbesucherinnen haben Interesse gezeigt und wir haben einige gute Gespräche geführt", resümiert Huwald.
Aus ihrer Sicht ist das bitter nötig, weil sie noch immer weit von ihrem Ziel entfernt seien. „Als wir angefangen haben Männer 24 Prozent mehr verdient. Wir sind froh und stolz, dass sich der Abstand seitdem etwas verkleinert hat“, sagt die Vorsitzende des Immenser Ortsverbandes Brunhild Osterwald. Doch es gehe zu langsam: „Wir wollen keine 20 Jahre mehr warten, bis sich die Löhne angleichen. Das muss schneller gehen.“ 
An der Aktion haben sich Frauen aus den SoVD-Ortsverbänden Schillerslage, Uetze, Lehrte, Immensen und Sievershausen beteiligt. Alle neun Demonstrantinnen sind schon im Rentenalter, würden selbst von einer Lohnangleichung also gar nicht mehr profitieren. „Es wäre schön, wenn sich auch jüngere Frauen mehr dafür einsetzen würden“, betont Osterwald und fügt dann mit einem Augenzwinkern hinzu: „Aber viele von ihnen müssen ja arbeiten und haben deshalb wenig Zeit. Also übernehmen wir das.“