„Flügelstürmer“ entpuppte sich als poetisches Schlitzohr

Mit und als „Flügelstürmer“ gastierte Musik-Kabarettist Marco Tschirpke im Theatersaal des Burgdorfer Johnny B. (Foto: Georg Bosse)

E-Center und MARKTSPIEGEL präsentierten Kabarettisten Marco Tschirpke

BURGDORF (gb). Gleich zu Beginn seines Soloprogramms „Flügelstürmer - Lapsuslieder, Gedichte und ein Quantum Mumpitz“ machte der schelmische Musik-Kabarettist Marco Tschirpke klar, wo seine blitzgescheiten Wurzeln liegen. Nämlich im Sand der Mark Brandenburg. Das Bekenntnis zu diesem Landstrich hat der 36-jährige Flügelspieler mit dem Gedicht „Märkische Wiesen“ des deutschen Erzählers, Essayisten und Lyrikers Peter Hacks (1928-2003), der als einer der bedeutendsten Dramatiker der DDR gilt, minimalistisch vertont. „Lapsuslieder“ nennt Tschirpke seine Interpretationen ganz eigener Art, die kaum länger als eine Minute sind.
Das Gastspiel des poetischen Schlitzohrs aus Brandenburg/Havel steht in einer Reihe von Comedy/Kabarett-Veranstaltungen, die in Burgdorf in Zusammenarbeit des Jungen Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) mit der städtischen Kulturabteilung sowie mit dem Johnny B. ausgerichtet werden. Präsentiert und unterstützt wird der Zyklus vom MARKTSPIEGEL bzw. vom E-Center Cramer.
So hatten 120 Besucher im ausverkauften Theatersaal des Burgdorfer Johnny B. das große Vergnügen, Marco Tschirpke live als geistreichen und pointensicheren „Flügelstürmer“ am Piano zu erleben. Auf den ersten Blick fragt man sich, ob er wohl ein Schwiegermutter- oder doch eher ein Schwiegervater-Typ sei. Aber schnell merkt das Publikum, dass hier einer Geistesblitze mit Tiefgang verschießt, die bei den amüsierten Zuhörern auch schon gern mal Leerstellen lassen. Denn eine pausenlose Pointenproduktion sei einfach nicht sein Ding, antwortet Marco Tschirpke den fragenden Mienen. Man muss schon richtig hinhören, um seine Andeutungen und Doppelbödigkeiten zu orten. Und das macht ihn dann tatsächlich zu einem scharfzüngigen Klavierkabarettisten mit hoher Qualität.