Flüchtlinge finden Schutz und Hilfe in Burgdorf

Mohammed und seine Schwester Sedra (v.l.) sind Sechst- bzw. Fünftklässler am Burgdorfer Gymnasium und wohnen mit ihren Eltern und Schwesterchen Talin (r.) derzeit noch am „Sorgenser Dreieck“. (Foto: Georg Bosse)

Menschen flüchten vor Tod und Verwüstungen

BURGDORF (gb). Es dauert schon weit mehr als 1001 Nacht, dass Menschen aus dem Morgenland Schutz vor Bürgerkrieg, Bomben und Terror im gar nicht so weiten Abendland suchen. Und es sind keine Märchen, wenn geflüchtete Familien aus dem Irak und aus Syrien von an Landsleuten verübten Gräueltaten sowie von ihren total zerstörten Dörfern und Städten berichten, wo ein menschenwürdiges Dasein nicht mehr möglich ist.
Einige dieser so vertriebenen Mütter, Väter und Kinder haben Schutz und Hilfe in Burgdorf gefunden. Die Betreuung sowie die Unterbringung der Menschen stell(t)en ein große Herausforderung für die städtischen Verwaltungsmitarbeiter und für die zahlreichen engagierten Burgdorferinnen und Burgdorfer dar. Und sie alle packten, vielleicht auch mit dem Artikel 1 des Grundgesetzes (GG), „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, vor Augen, an.
Denn die universellen Menschenrechte sind fest in der deutschen Verfassung verankert sowie als ethisches Grundprinzip zeitlos und ebenfalls unantastbar. Leider lehren uns die Nachrichten beinahe jeden Tag, dass es Menschen, auch in Burgdorf, gibt, die den Schutzsuchenden sowie ihren Unterstützern mit Hass und Hetze begegnen und mit ihren menschenverachtenden Parolen die Botschaft des Artikel 1 GG mit Füßen treten.
Das Burgdorfer Mehrgenerationen-Haus (BMGH), das Frauen- und Mütterzentrum (MüZe), der Nachbarschaftstreff „Ostlandring“, das örtliche DRK sowie private Initiativen und Burgdorfer Unternehmen jedoch nahmen und nehmen sich der neuen Nachbarn an, um ihnen den Aufenthalt und eine Eingliederung in die möglicherweise neue Heimat, jenseits von Sprachbarrieren und Religionszugehörigkeit, zu erleichtern.
Trotz anfänglicher Ängste und Besorgnisse der Anlieger am „Sorgenser Dreieck“ vor einer Zukunft mit den dort angesiedelten neun Flüchtlingsfamilien aus dem Sudan und Pakistan, aus Syrien und dem Irak, ist im Laufe der kurzen Zeit und im gegenseitigen Respekt eine tolle Nachbarschaft entstanden, die beispielsweise Mama Ruda Ibrahim und Papa Abdul Monem Jassem sowie ihren Kindern Mohammed (12 Jahre), Sedra (11) und Nesthäkchen Talin (5) aus Syrien das Ankommen in der Auestadt erleichtert hat. Die Familie kam vor vier Monaten nach Deutschland und lebt seit 12 Wochen in Burgdorf. Mohammed und Sedra sind schon ein bisschen mehr als „nur“ angekommen. Bewundernswert! - beide beherrschen die deutsche Sprache bereits so gut, dass sie die 6. bzw. 5. Klasse des Burgdorfer Gymnasiums besuchen können.
Ohne Berührungsängste feierten die Flüchtlingsfamilien mit den „alten“ Anwohnern, mit Ehrenamtlichen und städtischen Mitarbeitern nun ein friedliches und fröhliches „Willkommensfest“ mit Kaffee, Tee und allerlei orientalischen Leckereien.