Flirtsüchtige Konkubine sorgt für jede Menge Wirbel

Das Theater für Niedersachsen präsentiert die gesellschaftskritische Komödie mit sehr hohem Tempo, viel Wortwitz und großer Bissigkeit in der Sprache. (Foto: Andreas Hartmann)

„Der Menschenfeind“ im Theater am Berliner Ring

BURGDORF (r/bs). Hans Magnus Enzensberger übersetzte 1979 die barocke Komödie „Der Menschenfeind“ des französischen Stardichters Molière neu und verlegte die Handlung vom 17. Jahrhundert in die Schickeriagesellschaft der damaligen Bonner Republik.
Daraus entstand eine über den Zeitgeist der siebziger Jahre weit hinausgehende gesellschaftskritische Komödie mit sehr hohem Tempo, viel Wortwitz und großer Bissigkeit in der Sprache. Am Freitag, 12. April, ist der „Menschenfeind“ als neues vom VVV und der Stadt Burgdorf präsentiertes Gastspiel des Theaters für Niedersachsen im Theater am Berliner Ring zu sehen. Die Vorstellung beginnt um 20.00 Uhr. Eine kostenlose Einführung in die Bühnenhandlung geht um 19.30 Uhr voraus. Theaterkarten sind bei Bleich Drucken und Stempeln, Braunschweiger Straße 2, und im Bürgerbüro (Rathaus III, Spittaplatz 4) erhältlich. Für VVV-Mitglieder und Jugendliche gibt es im Vorverkauf Ermäßigungen.
Zur Bühnenhandlung:
Alceste hat die ständige Heuchelei und Verlogenheit der Schickeria gründlich satt. Er will nicht mehr aus Höflichkeit Nettigkeiten erzählen und sich dabei selbst verleugnen. Da er als Dichter ohnehin ein bisschen am Rande der Gesellschaft steht, wird er dafür allgemein belächelt. Doch nun spricht ihn Oronte, ein einflussreicher Politiker, an und bittet Alceste um sein kritisches Fachurteil über ein von ihm geschriebenes Gedicht. Alceste sagt ihm unverhohlen die Meinung über die poetische Wertlosigkeit des Machwerks. Die abzusehende Folge: eine Hetzkampagne des gekränkten Oronte mit dem Ziel, den Dichter öffentlich zu vernichten.
Das Ganze ereignet sich auf einer Party von Célimène, die dafür bekannt ist, dass sie allen Männern Hoffnungen macht, obwohl sie eigentlich mit Alceste liiert ist. Dieser ist darüber gründlich sauer und fordert von ihr, sich endlich ganz für ihn zu entscheiden. Doch Célimène verspottet ihn als eifersüchtig und lässt sich nicht beeindrucken. Als jedoch Briefe auftauchen, die sie an verschiedene Verehrer geschrieben hat, um sie hinzuhalten, wächst die Wut der Männer und sie muss sich endlich entscheiden. Sie versucht sich herauszuwinden, alle Verehrer wenden sich brüskiert von ihr ab, nur Alceste hält weiterhin zu ihr. Allerdings unter der Bedingung, dass sie mit ihm auswandert aus dieser verlogenen Gesellschaft. So weit will Célimène nicht gehen, die beiden landen in einer Sackgasse der Gefühle.
Und trotzdem gibt es ein Happy End: Alcestes Freund Philinte und Célimènes Cousine Éliante werden ein Paar und halten zu Alceste, auch wenn sie seine Wut nicht gänzlich nachvollziehen können.
Und trotzdem gibt es ein Happy End: Alcestes Freund Philinte und Célimènes Cousine Éliante werden ein Paar und halten zu Alceste, auch wenn sie seine Wut nicht gänzlich nachvollziehen können.
Zum Darstellerensemble gehören Rüdiger Hellmann, Martin Molitor, Moritz Nikolaus Koch, Simone Mende, Katharina Wilberg, Michaela Allendorf und Dennis Habermehl. Regie führt Karin Drechsel.