Finanzierung des Burgdorfer Mehrgenerationenhaus ist erst einmal gesichert

Dr. Hendrik Hoppenstedt (Mitte) konnte sich durch Christoph Adolph (li.), ehrenamtlich tätig in der Integrationsarbeit, ein gutes Bild von der Arbeit im Burgdorfer Mehrgenerationenhaus machen. Jürgen Waldeck (rechts), beratendes Mitglied der CDU im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen, hört aufmerksam zu. (Foto: Jens Kamm)

Mittelfristig werden neue Räumlichkeiten gesucht

BURGDORF (jk). Eine gute Nachricht hatte Dr. Hendrik Hoppenstedt für das Burgdorfer Mehrgenerationenhaus (BMGH) mit im Gepäck. Der CDU-Bundestagsabgeordnete berichtete bei seinem Besuch in der sozialen Einrichtung, dass die Finanzierung für ein weiteres Jahr gesichert sei und der Bund seine Förderzusage in Höhe von 30000 Euro gegeben habe. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sich Land und Stadt Burgdorf ebenfalls mit jeweils 5000 Euro an der Finanzierung der Burgdorfer Einrichtung beteiligen würden.
Die Finanzierung durch den Bund galt lange Zeit als nicht gesichert. „Streng genommen ist der Bund nicht für die Finanzierung der Mehrgenerationenhäuser verantwortlich“, berichtete Hoppenstedt. „Mit der Finanzierung greift der Bund in die Hoheit der Kommunen ein. Das wird verfassungsrechtlich als bedenklich angesehen.“ Damit die Hänge- und Zitterpartie nicht weitergeht, hatte Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Koalitionsfraktionen in Berlin Anfang Juli darüber informiert, dass für die Finanzierung der Mehrgenerationenhäuser im Jahr 2015 bundesweit 16,5 Millionen Euro in den Bundeshaushalt eingestellt werden. Damit wären auch die 30000 Euro für Burgdorf gesichert.
Allerdings sind mit der Zusage für 2015 längst noch nicht alle Probleme für das BMGH gelöst. „Wir würden uns wünschen, dass wir auch langfristiger planen können. Wir haben finanzielle Verpflichtungen, die wir regelmäßig bedienen müssen“, erläuterte Dagobert Strecker, 1. Vorsitzender des Trägervereins. „Wenn bis Ende des Jahres die Finanzierung für das nächste Jahr noch nicht gesichert ist, wird es für uns sehr schwierig.“ Dr. Hendrik Hoppenstedt stellte für die Folgezeit zumindest in Aussicht, dass es auch eine „nachhaltig angelegte Finanzierung für die Zeit danach durch den Bund“ geben wird.
Und das Geld wäre wirklich gut angelegt. Davon konnte sich der Bundestagsabgeordnete im Gespräch mit den ehrenamtlichen Helfern überzeugen. Über viele Ehrenamtliche ist das Mehrgenerationenhaus in Burgdorf stark in den Bereichen Alter und Pflege, Integration von Migranten sowie freiwilliges, generationsübergreifendes Engagement eingebunden und übernimmt damit auch Aufgaben für die Kommune. „Wir generieren im Burgdorfer Mehrgenerationenhaus einen hohen Mehrwert für Burgdorf durch das Ehrenamt“, hob Koordinatorin Ursula Wieker noch einmal hervor.
In absehbarer Zeit wird das BMGH aber auch an seine Grenzen stoßen. „Die Räumlichkeiten in der Gartenstraße sind mittlerweile zu klein“, erläuterte Dieter Rohles, Präsident des Kuratoriums. „Wir werden zwar erst einmal hier bleiben, benötigen aber mittelfristig größere Räumlichkeiten, die für uns auch zu finanzieren sind. Das ist in Burgdorf leider auch nicht ganz einfach.“ Eine Möglichkeit, die derzeit wohl in Betracht gezogen wird, wären die derzeit nicht genutzten Räumlichkeiten des Veranstaltungszentrums - allerdings ohne den großen Saal. „Die Örtlichkeiten mit den Bewirtschaftsungsräumen wären für uns optimal“, so Dagobert Strecker. „Zumal sie in unmittelbarer Nähe des Jugendzentrums JohnnyB. liegen.“ Allerdings müsse die Politik natürlich erst einmal entscheiden, wie es mit dem Veranstaltungszentrum überhaupt weitergehen soll, ist sich Strecker bewusst, dass nun erst einmal die kommunalen Entscheidungsträger gefragt sind.