Feuerwehrmusiker sind musikalische Botschafter Burgdorfs

Schriftführer Bernd Lüdke ließ zur Eröffnung der Ausstellung die 100-jährige Geschichte des Musikzugs Revue passieren. (Foto: VVV)
 
Stimmungsvolle Blasmusik erklang zur Eröffnung der Ausstellung. (Foto: VVV)

„100 Musikzug Ramlingen-Ehlershausen“ und „Fahrradwelten“ starteten im Stadtmuseum

BURGDORF (r/bs). „Wer ist eigentlich noch in Ramlingen-Ehlershausen?“ scherzte Bürgermeister Alfred Baxmann bei seinen Grußworten vor dem Hintergrund des dichten Andrangs, der bei der Ausstellungseröffnung zum 100-jährigen Jubiläum des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Ramlingen-Ehlershausen herrschte. Gleichzeitig war das 120-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Ramlingen-Ehlerhausen und das 20-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Ramlingen-Ehlershausen zu würdigen.
Über 100 Gäste hatte die Eröffnungsveranstaltung in das Stadtmuseum gelockt. Zum Auftakt vernahmen die Zuhörer stimmungsvolle Blasmusikklänge, die die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung des stellvertretenden Dirigenten Hans-Joachim Wick als einige Kostproben ihres vielseitigen Könnens zu Gehör brachten.
Wie Baxmann herausstrich, gratuliere er einem Musikzug, der sich bei seinen zahlreichen Auftritten seit vielen Jahren einen festen Platz im Musikleben der Stadt und weit darüber hinaus erobert habe. Neben den vielen stadt- und ortschaftsbezogenen Anlässen, bei denen das Orchester zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil des Festprogramms geworden sei, übernehme es bei zahllosen auswärtigen Auftritten zugleich die Rolle eines musikalischen Botschafters der Stadt. Seine hervorragende Position verdanke der Klangkörper auch seinem hohen Qualitätsanspruch. Für dessen dauerhafte Umsetzung sorgten fachkundige Dirigenten wie seit 2004 Hugo Loosveld, der seine Musiker immer wieder motiviere, musikalisches Neuland zu erkunden. Diese Spielfreude lasse sich bei allen Auftritten des Orchesters deutlich wahrnehmen und übertrage sich auf das Publikum, urteilte der Bürgermeister.

Baxmann resümierte, dass sich der Musikzug im Verlauf der Jahrzehnte ein breit gefächertes Repertoire erarbeiten konnte, dass alle musikalische Richtungen von der traditionellen Marschmusik bis zur modernen Rock- und Popmusik umfasse und damit die Musiker und das Publikum aus allen Altersklassen begeistere. Besonders erfreulich sei es, dass sich der Musikzug frühzeitig für eine nachhaltige Nachwuchsarbeit entschieden habe und durch sein ausgeprägtes Gemeinschaftsleben von musikalisch begabten jungen Menschen als anregendes Betätigungsfeld empfunden werde. Der Bürgermeister schloss mit den Worten, dass der Musikzug sich als eine überzeugende, durch die jeweiligen langjährigen Dirigenten verfestigte Einheit präsentiere, bei dem der Gesamteindruck stimme. So könne es nicht verwundern, dass dem Blasorchester auch zum 100-jährigen Jubiläum nicht die Luft ausgegangen sei.
Anschließend ließ Schriftführer Bernd Lüdke die 100-jährige Geschichte des Musikzugs Revue passieren. Wie er zu berichten wusste, gehörten zehn Ramlinger Musiker zur Keimzelle des Musikzuges und hoben ihn im Jahr 1913 aus der Taufe. In einem kurzen mit etlichen humorvollen Anekdoten angereicherten Abriss ließ er die Anfangsjahre des Musikzugs und die Entwicklung bis auf heutige Zeit anschaulich wieder aufleben und stellte die wichtigsten Persönlichkeiten vor, die den Musikzug in den vergangenen Jahrzehnten prägten. Alle Kapitel der Orchestergeschichte seien im Rahmen der einzelnen Ausstellungsabschnitte in Bild- und Textdokumenten wiederzufinden und könnten in den nächsten Ausstellungswochen entdeckt werden, erinnerte Lüdke zum Abschluss seines Vortrags. Auch die Teilnahme an einem Quiz zur Ausstellung lohne sich.
Bis zum 21. April ist im oberen Museumsbereich parallel eine Ausstellung über die Geschichte des Fahrrades zu sehen. Sie trägt den Titel „Fahrradwelten – Von der Laufmaschine bis zum E-Bike“ und besteht aus Exponaten der Radfahrgalerie Burgdorf, die seit Jahresanfang dem Förderverein Stadtmuseum gehört. Zu sehen sind u.a. der erste Prototyp eines Fahrrades aus dem Jahr 1817, ein Niederrad mit Trapezrahmen von 1897 oder ein englisches Hochrad von 1885. Allen Vehikeln ist gemeinsam, dass sie Musterstücke des Erfindungsreichtums ihrer Konstrukteure darstellen.