Feierliche Fronleichnamsprozession durch Burgdorfs Innenstadt

Traditionelle Prozession mit dem Alleiheiligsten am 29. Mai

BURGDORF (r/jk). Auch in diesem Jahr führt die Fronleichnamsprozession der katholischen St. Nikolaus-Pfarrgemeinde am Sonntag, 29. Mai durch die Burgdorfer Innenstadt. Traditionell feiern Burgdorfs Katholiken das Hochfest von Fronleichnam am Sonntag nach dem Fronleichnamstag.
Höhepunkt dieses Festtages ist die Prozession mit dem Alleiheiligsten durch die Innenstadt, der mit einem Gottesdienst im 10 Uhr im Schlossgarten hinter dem Rathaus 2 beginnt. Diese führt im Anschluss an den Gottesdienst vom Schlosspark, vorbei an der St. Pankratius-Kirche, zum Rathaus 1 in der Marktstraße, auf dessen Stufen der erste Altar errichtet ist. Der Weg der Gläubigen führt dann weiter zum nächsten Altar unter dem grünen Dach der uralten Eichen am Wall.
An den jeweiligen Altären halten die einzelnen kirchlichen Gruppieren Fürbitten ab. Die Prozession mit dem Allerheiligsten in der Monstranz, die von Pfarrer Martin Karras, Diakon Hartmut Berkowsky und Gemeindereferent Stefan Horn getragen wird, bewegt sich dann über das Celler Tor zum vierten, dem ökumenischen Altar, in die St. Nikolaus-Pfarrkirche, in der dann auch der Schlusssegen gespendet wird.
Reinhild Bielinski von der evangelischen St. Paulus-Kirchengemeinde wird hier die Fürbitten im Sinne der Ökumene vortragen. Es ist im Rahmen der Ökumene eine in Burgdorf schon lange Tradition, dass auch evangelische Christen die Fronleichnamsprozession mit gestalten.
Das Fronleichnamsfest, das den Beinamen „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ trägt, wurde zum erstmals im Jahr 1246 in der Diözese Lüttich fest eingeführt. Es erfreute sich bei der Bevölkerung relativ schnell einer großen Begeisterung, was vor allem auf die prachtvollen Fronleichnamsprozessionen zurückzuführen ist. Bei diesen Prozessionen trägt der Priester die „Monstranz“, in welcher die Hostie verwahrt wird, durch die Straßen, während ihm die Gemeinde folgt. An insgesamt vier verschiedenen Altären werden Fürbitten gebetet und Segenssprüche verteilt. Dieser Form der Prozession, die auch heute noch beibehalten wird, lässt sich aufgrund von Zeugnissen bis mindestens auf das Jahr 1273 zurückdatieren, als in Benediktbeuern die erste Fronleichnamsprozession abgehalten wurde. Für das Jahr 1277 ist außerdem die erste Prozession für die Stadt Köln verbrieft.
Fronleichnam wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest, dem zweiten Donnerstag nach Pfingsten, begangen (60. Tag nach dem Ostersonntag) und fällt somit frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni. Fronleichnam ist immer auf den Tag genau zwei Monate nach dem Karsamstag. Der Donnerstag als Festtermin steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst.
Im Anschluss an den Gottesdienst und die Prozession findet im Pfarrgarten das alljährliche Gemeindefest statt. Verschiedene Aktionen für Groß und Klein laden zum Mitmachen und Vergnügen ein, z.B. die Kegelbahn, eine Hüpfburg oder eine Schatzsuche für die „Kleinen“. Und auch für das leibliches Wohl ist gesorgt.