Feierliche Fronleichnamsprozession

Festlicher Umzug durch Burgdorfs Innenstadt

BURGDORF (r/jk). Nachdem im Jahr 2016 die Fronleichnamsprozession der katholischen St. Nikolaus-Pfarrgemeinde wegen schlechten Wetters abgesagt werden musste, versucht es in diesem Jahr die Pfarrgemeinde erneut und lädt zur Feier des Fronleichnamsfestes am Sonntag, 18. Juni, ein.
Höhepunkt dieses Festtages ist die Prozession mit dem Alleiheiligsten durch die Innenstadt, der mit einem Gottesdienst im 10 Uhr im Stadtpark hinter dem Rathaus 2 (ehem. Landratsvilla) beginnt. Am Ende des Gottesdienstes wird hier der erste Altar sein. Dann geht es durch den Stadtpark vorbei an der St. Pankratius-Kirche zum Rathaus 1 in der Marktstraße, auf dessen Stufen der zweite Altar errichtet ist. Der Weg der Gläubigen führt dann weiter zum nächsten Altar unter dem grünen Dach der uralten Eichen am Wall.
Die Prozession mit dem Allerheiligsten in der Monstranz, die von Pfarrer Martin Karras, Diakon Hartmut Berkowsky und Gemeindereferent Stefan Horn getragen wird, bewegt sich dann über das Celler Tor zum vierten, dem ökumenischen Altar in der St. Nikolaus-Pfarrkirche, in der dann auch der Schlusssegen gespendet wird. Als Zeichen guter Ökumene begleitet in diesem Jahr Superintendentin Preuschoff die Prozession. Am Ende des Gottesdienstes wird sie ein Grußwort halten und gestaltet mit Reinhild Bielinski von der evangelischen St-Paulus-Kirchengemeinde den Ökumenealtar in der Pfarrkirche durch Evangelium und Fürbitten mit.
Es ist im Rahmen der Ökumene, eine in Burgdorf schon lange Tradition, dass auch evangelische Christen die Fronleichnamsprozession mit gestalten.
Das Fronleichnamsfest, dessen offizieller Name „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ lautet, wurde zum erstmals im Jahr 1246 in der Diözese Lüttich fest eingeführt. Es erfreute sich bei der Bevölkerung relativ schnell einer großen Begeisterung, was vor allem auf die prachtvollen Fronleichnamsprozessionen zurückzuführen ist. Bei diesen Prozessionen trägt der Priester die „Monstranz“, in welcher die Hostie verwahrt wird, durch die Straßen, während ihm die Gemeinde folgt. An insgesamt vier verschiedenen Altären werden Fürbitten gebetet und Segenssprüche verteilt. Dieser Form der Prozession, die auch heute noch beibehalten wird, lässt sich aufgrund von Zeugnissen bis mindestens auf das Jahr 1273 zurückdatieren, als in Benediktbeuern die erste Fronleichnamsprozession abgehalten wurde. Für das Jahr 1277 ist außerdem die erste Prozession für die Stadt Köln verbrieft.
Fronleichnam wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest, dem zweiten Donnerstag nach Pfingsten, begangen (60. Tag nach dem Ostersonntag) und fällt somit frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni. Fronleichnam ist immer auf den Tag genau zwei Monate nach dem Karsamstag.
Im Anschluss an den Gottesdienst und die Prozession lädt die Pfarrgemeinde auf dem Kirchplatz noch zu einem einfachen Mittagessen ein.
Sollte es am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr regnen, entfallen der Gottesdienst im Stadtpark und die Prozession. Stattdessen wird der Gottesdienst um 11.00 Uhr in St. Nikolaus gefeiert!