FDP versteht sich nicht als Splitterpartei

Karl-Ludwig Schrader, Nils Hillerscheid, Thomas Dreeskornfeld und Dieter Lüddecke (v.l.) wollen nach der Bundestagswahlschlappe im September 2013 liberale Inhalte voranbringen und sich künftig mehr als eine eigenständige FDP profilieren. (Foto: Georg Bosse)

Liberale wollen sich als eigenständige Partei profilieren

BURGDORF/UETZE (gb). Zu Beginn der Mitgliederversammlung des FDP-Ortsverbandes Burgdorf/Uetze am vergangenen Mittwoch im Burgdorfer Restaurant/Hotel am „Försterberg“ war Wunden lecken angesagt. Die FDP habe feste, liberale Strukturen und sei keineswegs eine Sektierer- oder Splitterpartei, richtete der Vorsitzende Nils Hillerscheid (Burgdorf) den Blick trotzig nach vorn, obwohl sich die Wählerinnen und Wähler bei der Bundestagswahl im September 2013 Brüderle und Rösler entledigt hatten und die Liberalen seitdem nicht mehr im Berliner Reichstag vertreten sind.
Immerhin lag das Burgdorfer Wahlergebnis mit 5,1 Prozent über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Unter den FDP-Mitgliedern hat sich mittlerweile auch die Erkenntnis breit gemacht, nicht mehr als „Anhängsel“ der Christdemokraten sowie als Leih- oder Zweitstimmenfänger Politik machen zu wollen, sondern sich doch eher den Bürgerinnen und Bürgern als eigenständige Partei mit liberalem Profil zu präsentieren und damit wieder ausreichende Wählerzustimmung zu erhalten. „Bei eventuell künftigen Koalitionskonstellationen müssen Gespräche mit allen demokratischen Parteien möglich sein“, so der FDP-Ehrenkreisvorsitzende und just mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnete Dieter Lüddecke (Burgdorf).
Das liberale Profil wird einzig von Ratsherr Karl-Ludwig Schrader in die Burgdorfer Kommunalpolitik eingebracht. Der Einzelkämpfer berichtete von zwei großen kommunalpolitischen Themenfeldern, die die Bürger, die Politik und Verwaltung beschäftigen. Zur Neuausrichtung der Gudrun-Pausewang-Grundschule (GPG) in der Südstadt hat der Bauausschuss der Verwaltung empfohlen, sich mit der so genannten Variante II näher zu befassen. Diese sieht eine Umwidmung und eine Sanierung des nahe gelegenen gymnasialen C-Traktes vor, in dem früher die Orientierungsstufe untergebracht war. „Die Kosten dafür werden grob auf etwa 8,7 Millionen Euro geschätzt. Dazu kämen eventuell noch rund 1 Million Euro für eine Grundschul-Mensa. Und für die nachfolgenden Betriebskosten werden jährlich zirka 360.000 Euro angenommen“, erklärte Schrader.
Zu dem Vorhaben „Neubau oder Erweiterung“ der Burgdorfer Rathäuser beauftragte die Mitgliederversammlung ihren Ortsverbandsvorstand um Nils Hillerscheid und Thomas Dreeskornfeld, einen alternativen FDP-Vorschlag zu entwickeln und damit Karl-Ludwig Schrader „ins Rennen“ zu schicken. Dieser Vorschlag soll möglichst bis zur nächsten, noch nicht terminierten Bauausschusssitzung formuliert sein.