„Faszination Natur“ wurde für Kinder zu einem ganz besonderen Erlebnis

Die Ferienpass-Gruppe vor dem Infomobil der Jägerschaft. (Foto: Hegering Burgdorf)
 
Luca, Laura, Lennart und Jason (von links) mit Betreuer Rolf Habbeney. (Foto: Hegering Burgdorf)

Gelungene Ferienpassaktion „Mit dem Jäger auf die Pirsch“ des Hegerings Burgdorf

BURGDORF (r/jk). „Ein Rabe!“, ruft Leonie begeistert beim Blick auf den präparierten Vogel, der in der Station „Bestimmungspfad“ neben vielen anderen Präparaten an der Wand hängt. Und als der betreuende Jäger nicht sofort zustimmend nickt, schickt sie noch schnell „Nein, Elster“ hinterher. Dabei handelt es sich bei dem schwarzgefiederten Vogel um eine Krähe, von denen Hunderte täglich die Burgdorfer Feldmark bevölkern – was der Betreuer den vier Kindern der Gruppe dann auch geduldig erklärt.
Vier Mädchen und fünfzehn Jungen im Alter von 7 bis 11 Jahren erschienen am 4. August erwartungsfroh auf dem Gelände des Naturfreundehauses Grafhorn zur Ferienpassaktion „Mit dem Jäger auf die Pirsch“ des Hegerings Burgdorf. Oft brachten sie ein lückenhaftes Vorwissen mit, aber großen Tatendrang, und manche waren überwältigt von der Vielzahl der Tiere, die es bei dieser Aktion zu betrachten und befühlen gab. Und so war es auch das Ziel der Aktiven im Hegering, den Kindern die heimische Tier– und Pflanzenwelt nahezubringen und sinnlich erlebbar zu machen, nicht so sehr die Jagdausübung an sich.
Nach der Begrüßung, nach Jagdhornklang und dem Drucken von Buttons, die das Kind individuell erkennbar machten und gleichzeitig einer der fünf Gruppen zuordneten, gingen die Kinder ans Werk: Abzuarbeiten waren die Stationen Infomobil, Fühlkiste, Ansitzkanzel, Bestimmungspfad, Jagdhundevorführung und Hirschgeweihlauf. Im Zentrum standen dabei das Erkennen wildlebender Tiere und das Lernen von Zusammenhängen über sie. Gelegentlich entwickelten die Kinder dabei auch ihre eigene Agenda, wenn spontan die entdeckten Frösche und Salamander spannender wurden als die in der Nähe der Ansitzkanzel versteckten Präparate.
Neben den Augen war auch der Tastsinn einzusetzen, um etwa einen Kiefernzapfen zu erfühlen, und per Geruch sollte man unter anderem ein Wildschwein erkennen. Bei der Vorführung der vier anwesenden Jagdhunde wurden die Kinder nicht nur über Rassen und Körperbau von Jagdhunden, über den Umgang mit ihnen und ihren jagdlichen Einsatz aufgeklärt, begeistert erlebten sie auch, wie die Hunde Apportiergegenstände auf Kommando brachten. Handlungsbetont war der „Hirschgeweihlauf“, bei dem die Kinder mit aufgesetzten Geweihstangen versuchen sollten, sich wie ein Hirsch durch ein simuliertes Unterholz zu bewegen. Mittags gab es Verpflegung vor Ort, und nachmittags sowie in den Pausen zwischen den Stationen fanden weitere Aktivitäten statt, die die Zeit sinnvoll füllten.
Für den Hegering Burgdorf war es das erste Mal, dass eine derart konzipierte Ferienpassaktion durchgeführt wurde. Nicht neu sind solche Aktionen jedoch für Klaus Kleffmann, seit diesem Jahr stellvertretender Hegeringleiter und Initiator dieser Veranstaltung. Die generalstabsartige Planung und der Einsatz der insgesamt 18 Helfer sind auch durch Kleffmanns jahrelange Routine ermöglicht worden, die er bei seinen Einsätzen mit dem Infomobil der Jägerschaft Burgdorf gesammelt hat. Durch den engen Betreuungsschlüssel war es für alle, auch für die Betreuerinnen und Betreuer, ein entspannter Tag.
Bei perfektem Wetter wurden gut gelaunte junge Teilnehmer von ihren Eltern abgeholt, jedes Kind ausgestattet mit einem Gipsabdruck von Fährten und Spuren, mit einem selbstgebastelten Diorama, mit einer Gehörnstange, einem Wald-Quiz und einem Jägerbrief.
Der Hegeringvorstand fühlt sich durch den positiven Verlauf des Tages ermutigt, eine solche Ferienpassaktion im nächsten Jahr zu wiederholen.