Fachschule Fahrzeugtechnik überzeugte mit innovativen Ideen

Eine optische Überwachung der Fahrzeugumgebung mit Kameras und die Übertragung auf das Handy bietet das SOA-System, entwickelt von v.l. hinten Dietrich von Einem (Projektleiter), Niklas Kern, Pascal Bonneß, v.l. vorne Patrick Skuballa, Sebastian Göke und Thomas Zietsch. (Foto: Dana Noll)
 
Mit Hilfe von Modellen wurden die Projektergebnisse vor Laien und Fachleuten vorgetragen. (Foto: Dana Noll)

Präsentation der Projektarbeiten der künftig staatlich geprüften Techniker

BURGDORF (dno). An innovativen Ideen mangelte es den Absolventinnen und Absolventen des Bildungsganges Fachschule Fahrzeugtechnik auch in diesem Jahr nicht. An der BBS Burgdorf stellten sie ihre Ergebnisse vor interessierten Besuchern und Fachleuten vor. Ein Jahr lang hatten sie im Rahmen ihrer Ausbildung an den Projekten und innovativen Lösungen fahrzeugtechnischer Probleme getüftelt und gearbeitet – die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.
So ging es im ersten Projekt um Energienutzung durch Stoßdämpferbewegung. Janine Gronau, Tobias Nahrwold, Andreas Neumann, Andre Overschmidt und Rainer Rusche suchten Möglichkeiten, an welcher Stelle es am Fahrzeug machbar wäre, Energieverluste in elektrische Spannung umwandeln zu können. Diese sollte dann ins Bordnetz eingespeist werden, um damit den Generator bei der Bereitstellung von Energie zu unterstützen. In Zeiten von Assistenzsystemen und E-Mobilität, die einen sehr hohen Energieanspruch haben, ein wichtiger Gedanke.
„Schnell fanden wir heraus, dass die Stoßdämpfer in der Bewegung kontinuierlich Wärmeverluste aufweisen“, erklärten die Schüler. „Es musste also ein herkömmlicher Stoßdämpfer so konstruiert werden, dass nach dem Prinzip der Induktion durch die Bewegung eine Spannung entsteht.“ Als Lösung wurde eine Spule in die Kolbenstange des Dämpfers integriert und ein Magnethalter mit insgesamt 20 Neodymmagneten in das innere Dämpferrohr eingesetzt. Um die Stoßdämpferbewegung auch außerhalb des Fahrzeuges zu simulieren, wurde ein Prüfstand gebaut, bei dem der Dämpfer mit Hilfe eines Elektromotors und einer Kurbelwelle mit Pleuel in Bewegung versetzt wurde. Die entstandene Wechselspannung wurde durch einen Gleichrichter in eine Gleichspannung umgewandelt und konnte somit vom Bordnetz im Fahrzeug genutzt werden.
Der Ärger, wenn das eigene Fahrzeug beschädigt wird, ist groß. Eine optische Überwachung der Fahrzeugumgebung wäre die Lösung. Pascal Bonneß, Sebastian Göke,
Niklas Kern, Patrick Skuballa und Thomas Zietsch entwickelten dafür das „Surround Optical Alert“ (SOA), das im Falle von Vandalismus oder bei einem Unfall, Beweismaterial sichert. Die Aufzeichnung kurzer Videosequenzen erfolgt mit Hilfe mehrerer Kameras, die bei geparktem Fahrzeug automatisch aufnehmen, aber auch manuell bedient werden können. Diese Überwachungsmöglichkeit bleibt auch bei Abkopplung des Bordnetzes vollständig erhalten.
„Löst das System aus, erhält der Fahrzeugbesitzer umgehend eine Mitteilung auf sein Mobiltelefon und ist anschließend in der Lage, das gespeicherte Bildmaterial über eine Netzwerkverbindung abzurufen“, erklärt Pascal Bonneß. Die aktiven und passiven Sicherheitssysteme des Fahrzeugs bleiben durch die Verwendung unabhängiger Sensorik und einer eigenen Spannungsversorgung unberührt. „Zur Realisierung waren nicht nur eine Vielzahl von Testläufen nötig, sondern auch die Entwicklung einer eigenen Steuergerätestruktur“, so die Schüler.
Um die Sicherheit im Fahrzeug ging es im Projekt von Patrick von Ganski, Malte Lindemann, Jan Linkert, Michael Musche und Connor Seitz, die einen automatischen Notfall-Gurtschneider entwickelten, der zusätzlich auch manuell ausgelöst werden kann. „Unsere Aufgabenstellung umfasste die Programmierung der Arduino Steuereinheit, die Konstruktion einzelner Bauteile im 3D-Druckverfahren sowie aus Aluminium gefrästen Teilen und die anschließende Einbindung in ein Fahrzeugmodell unter der Berücksichtigung des geringen Bauraumes im Bereich der B-Säule,“ erklärten die Projektteilnehmer. Zur Veranschaulichung wurde ein schwenkbares Vorführmodell aus einem BMW der 5er Reihe angefertigt und das System in dieses integriert, um alle Bedingungen für die Funktionen des Systems darstellen zu können.
Mit E-Mobilität und der Kapazität von Fahrzeugbatterien befassten sich Frank Heise, Moritz Hildebrandt, Björn Mergenthaler, René Voigtländer und Marcel Wozniak. Die Projektgruppe beschäftigte sich in Zusammenarbeit mit der EDAG Engineering GmbH und der Hochschule Ostfalia, damit, die Batterie von Elektro-Fahrzeuge über ein Schienensystem zu unterstützen und zu laden. „Unsere Ziele waren, das Laden während des Betriebs zu ermöglichen, eine einfache Fahrzeugerkennung zu entwickeln, Eigensicherheit der Fahrbahn herzustellen und möglichst geringe Prototypenkosten zu erzeugen“, erklärten die Schüler.