Erster musikalischer Höhepunkt im neuen Jahr 2015

Begeisterung beim Neujahrskonzert des Johann-Strauss-Orchesters Hannover. (Foto: Dana Noll)

Johann-Strauss-Orchester Hannover begeisterte mit Wiener Klängen

BURGDORF (dno). Vor den Türen des Veranstaltungszentrums in der Sorgenser Straße in Burgdorf stürmte es ungemütlich, als am vergangenen Samstag die ersten Klänge des festlichen Neujahrskonzertes ertönten. Das zahlreich erschienene Publikum (ausverkauft!) wurde auf eine Reise durch die Klangwelten der Wiener Konzertsäle des 19. Jahrhunderts entführt.
Bereits vor Beginn des Konzerts amüsierten sich bei Sekt und Imbiss die ersten Besucher im Foyer über die kleine Varietéshow des Johnny B.. Darüber hinaus stimmte László Gulyás mit seinem mobilen Orchester die Gäste auf einen ereignisreichen Abend ein.
Unter der Leitung von István Szentpáli spielten die 40 Musiker des Johann-Strauss-Orchesters Hannover beschwingte Melodienfolgen aus der populären, klassischen Unterhaltungsmusik. Den Auftakt bildete, nach einer charmanten Begrüßung durch den NDR-Moderator Philipp Beisteiner, der einen „spektakulären“ Abend versprach, der „Einzug der Gladiatoren“ von Julius Fucik. Die Gäste lauschten den Klängen besonders gespannt, da das Neujahrskonzert erstmalig in den Räumlichkeiten des Veranstaltungszentrums in Burgdorf stattfand.
Der Klang und auch das Johann-Strauß-Orchester Hannover unter der Leitung von Szentpáli überzeugten. Besonders beim Margarete-Walzer aus Faust oder beim Kaiser Franz Josef 1. Rettungs-Jubel Marsch von Johann Strauss wurde mitgeschunkelt und mitgewippt. Die ungarische Seele der Musik und die Leidenschaft des aus Debrecen stammenden Szentpáli wirkten ansteckend. Der Geiger hob 1993 das Orchester aus der Taufe und begeistert seitdem mit unverblümter Spielfreude und einem perfekt abgestimmten Konzertklang.
Interessant war die musikalische Begleitung beim Intermezzo aus „Háry János“ vom etwas weniger bekannten Zoltán Kodály. Hier reihte sich das Musikinstrument Cymbal, eine Art „schön gestaltetes Hackbrett“, gespielt von Irina Shilina, in das Orchester mit ein. Ivan Tursic aus Kroatien gab den „Zigeunerbaron“ und Ina Yoshikawa bezirzte mit „Meine Lippen sie küssen so heiß“ aus „Giuditta“. Die junge japanische Sopranistin gastiert seit 2006 an der Staatsoper Hannover und ihr Repertoire umfasst mehr als vierzig Opernpartien.
Mit dem „Champagner Galopp“, tänzerisch untermalt von der Tanzschule Hoffmann aus Burgdorf, ging es beschwingt in die Pause. Mit „Komm, Zigány“ und den „Zigeunergeigen“ aus der „Gräfin Mariza“ tauchten die gebannten Zuhörer in der „zweiten Halbzeit“ noch tiefer in die klassische ungarische Musikwelt ein.