Erste Erfolge mit den "Sprach-Kitas"

Die Lehrter Kitas im Drosselweg und in der Marktstraße sowie die Ev.-luth. Kita Matthäus nehmen am Bundesprogramm "Sprach-Kitas" teil.

Drei Kindertagesstätten in Lehrte nehmen an dem Bundesprogramm teil

LEHRTE (dno). Sprache ist der „Schlüssel zur Welt“. Doch die Kindertageseinrichtungen werden zunehmend „multikultureller“ und bei vielen Familien nimmt besonders die alltagsintegrierte Sprachbegleitung ab. Die Folge, Sprachdefizite bereits bei Kleinkindern, die durch die neuen Sprachförderkräfte in den Kitas sowie der vielfältigen Angebote gemildert werden sollen.
Drei Kindertagesstätten in Lehrte, die Kitas Drosselweg und Marktstraße sowie seit Mai auch die Evangelisch-lutherische Kita Matthäus nehmen neben weiteren Kitas aus dem Verbund Region Ost wie beispielsweise in Burgdorf, Uetze und St. Marien Hannover, am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“, teil. Schwerpunktthemen dabei sind, alltagsintegrierte Sprachbildung, die Zusammenarbeit mit Eltern sowie inklusive Pädagogik.
"Wir setzen den Fokus auf die Elternarbeit und haben in 2016 eine Umfrage gestartet, was für Eltern relevant ist", berichtet Claudia Stein-Völling von der Kita Drosselweg. So stellte sich heraus, dass es Interesse an Themen zur Bewegung, zur gesunden Ernährung, zur Verkehrserziehung aber auch zu Medienkompetenzen gibt. Der Favorit war, "was Kinder brauchen, um gut lernen zu können", berichtet Stein-Völling. "Eltern sind Experten für ihre Kinder, es gibt durch unseren Austausch ein partnerschaftliches Miteinander", ergänzt Kita-Leitung Ulrike Wulfes.
Auch in der Kita Marktstraße liegt der Schwerpunkt in der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. "Wir haben einen Leitfaden entwickelt und besuchen die Kinder in ihrem Umfeld bei ihnen zu Hause", erzählt Bianca Engelke. "Das wird sehr gut angenommen." Verschiedene Themenabende wurden bereits angeboten und man setzt in der Kita Marktstraße auf das Angebot von vielfältigen Sprachanlässen. In dem Zuge wurde die Bibliothek weiter ausgebaut und visuell thematisch sortiert. Die Sprachfachkraft begleitet hier das Kita-Team und in regelmäßigen Dienstbesprechungen wird die Arbeit reflektiert. "Uns ist die intensive Weiterbildung und Begleitung der Mitarbeiter/innen insbesondere zum Thema Sprache sehr wichtig, um allen Kindern die besten Bildungschancen zu ermöglichen", so Kita-Leitung Cornelia Selant.
In der Evangelisch-lutherischen Kita Matthäus Lehrte wurde im Zuge des Bundesprogrammes ein sogenanntes Tandem gebildet, dass aus der stellvertretenden Leitung Astrid Jäckel und der Sprachfachkraft Ronja Weigelt besteht. Zielsetzung ist hier, "in den nächsten Jahren eine positive Gesprächskultur für alle Sprachen innerhalb der Kita zu schaffen", erzählt Ronja Weigelt.
Eine große Herausforderung, denn derweil werden bis zu zehn verschiedene Sprachen und zahlreiche Dialekte in den Kita`s gesprochen. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in den Lehrter Kindertagesstätten liegt bei über 50 Prozent. Das Bundesprogramm Sprach-Kitas vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in den Kitas läuft bis zum Dezember 2019. Der Bund stellt insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung.