Eröffnung der Ausstellung „Mini, Mofa, Mauerbau – die 1960er Jahre in Burgdorf“

Dr. Gerd Meier blickt auf die 1960er Jahre zurück. (Foto: VVV)
 
Die neue Ausstellung stößt bei den Besuchern auf großes Interesse. (Foto: VVV)

Eine Burgdorfer Zeitreise in ein Jahrzehnt der Bewahrung und des Aufbruchs

BURGDORF (r/jk). Unter großem öffentlichem Interesse spielte sich die Eröffnungsveranstaltung der neuen Ausstellung „Mini, Mofa, Mauerbau – die 1960er Jahre in Burgdorf“ im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) ab. Gastgeber waren der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf. Über 100 Gäste hatten sich eingefunden, um einen ersten Blick auf das ab Sonnabend, 28. November, für alle Besucher zugängliche Ausstellungsgeschehen zu werfen.
Vorher stimmten Studiendirektor i.R. Dr. Gerd Meier und Bürgermeister Alfred Baxmann auf die 1960er Jahre ein und verrieten den Zuhörern, wie sie das Jahrzehnt in ihrem persönlichen Erlebnishorizont wahrgenommen haben. So bezeichnete Gerd Meier die sechziger Jahre als die Periode, in der in den westlichen Gesellschaften die Einstellungen, das Lebensgefühl und das Wertesystem nachhaltig verändert worden seien. „Umbruch, Aufbruch und Wandel sind die zentralen Charakteristika dieses Jahrzehnts gewesen“, unterstrich Meier. Laut seiner Einschätzung gehörten der veränderte Umgang mit der NS-Vergangenheit, die Bildungsreformen, die Entwicklung einer neuen Linken und die sexuelle Revolution zu den gravierenden Veränderungen in der bundesdeutschen Gesellschaft der 1960er Jahre. Allerdings könne diese Periode nicht ausschließlich als Phase der Umbrüche gesehen werden, fügte Meier hinzu. „Vielmehr ist der Wille nach Veränderung auf starke konservative Gegenkräfte der Bewahrung gestoßen“, erläuterte der Redner.
Bürgermeister Alfred Baxmann griff in seinem nostalgisch gefärbten Rückblick die damaligen Burgdorfer Lebensverhältnisse auf. Er rief unter anderem in Erinnerung, dass es damals noch drei Lichtspieltheater in der Stadt gab, von denen das „Astoria“- und das „Central“-Kino die 1970er Jahre nicht mehr erlebten. Baxmann verwies auch auf bedeutende bauliche Veränderungen in der Stadt, die zur Entstehung des „Hauses der Jugend“, der Volksschule III und des Gymnasiums sowie neuer Wohngebiete in der Süd- und Weststadt geführt hätten. Er riet jedem Besucher, der in den 1960er Jahren in Burgdorf lebte, beim Gang durch die Ausstellung eigene Berührungspunkte mit den vorgestellten Exponaten und Fotografien aus dieser Zeit zu entdecken.
Diesem Ratschlag folgten die Gäste und nutzten den Streifzug durch die Ausstellung, um sich über die 1960er Jahre auszutauschen und eigene Erfahrungen weiterzugeben. Alle Exponate haben einen originalen Ursprung in dieser Zeit und ergeben ein umfassendes Zeitpanorama des damaligen Burgdorfs. Die Palette reicht von der Kücheneinrichtung über technische Geräte bis zu einer Fernsehsitzecke und Einrichtungsgegenständen des „Black Horse“, das als Tanzbar im Jahr 1968 die Pforten öffnete. Dazu kommen zahlreiche Schautafeln, die einen anschaulichen Einblick in die Lebensverhältnisse vom Berufsalltag und Schultag über Mode und Freizeitverhalten bis zu Urlaubsreisen und städtischer Entwicklung in Burgdorf geben. Dem Ausstellungsteam um Christel Hoffman-Pilgrim ist es auf jeden Fall gelungen, auf informative und eingängige Weise eine Zeit wiederzuerwecken, auf die sich nur noch selten die Aufmerksamkeit richtet.
Nicht vergessen werden sollte das umfangreiche Beiprogramm, das bereits am morgigen Sonntag, 29. November, mit einer kostenfreien Führung um 14.30 Uhr weitergeht. Die Leitung übernehmen Christel Hoffmann-Pilgrim und Christoph Adolph. Das Stadtmuseum ist sonnabends und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Sonderführungen für Gruppen und Vereine können auch innerhalb der Woche vereinbart werden. Als Ansprechpartner fungiert VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136/1862).