Enissa Amani füllte das StadtHaus in Burgdorf

StadtHaus Burgdorf bewies mit Gast-Comedian Enissa Amani, wie vielfältig das Burgdorfer Kulturprogramm sein kann. (Foto: mts GmbH)

Klare Worte beim ersten Soloprogramm der Newcomerin

BURGDORF (dno). Schöne Frauen können nicht witzig sein? Den Gegenbeweis lieferte am vergangenen Freitagabend Enissa Amani im StadtHaus in Burgdorf. Vor ausverkauftem Haus bewegte sich das Sternchen am Comedian-Himmel zwischen „Chanel und Che Guevara“.
Kein ungewohnter Anblick für die Deutsch-Perserin. Denn schaut man auf ihre offizielle Website, so findet sich in den nächsten Wochen häufiger der Zusatz „Ausverkauft“ unter ihren Bühnenshows.
„Wir haben diesmal Karten bis nach Norddeutschland verkauft“, so Geschäftsführer Stadtmarketing Burgdorf Gerhard Bleich. Und, gemischter hätte das Publikum nicht sein können. Zwischen 14 und 74 Jahren waren die Besucher/innen jung – Enissa Amani schaffte es einige Generationen ins StadtHaus nach Burgdorf zu locken. Dennoch, während die hauptsächlich jungen Fans sich köstlich amüsierten, schienen die anderen Gäste von der direkten Art und unverblümten Sprachweise ein wenig überrollt zu werden. Die Burgdorfer/innen brauchten bei diesem Kulturausflug ins StadtHaus schon ein dickes Fell, um dem Humor der Künstlerin zu folgen.
„Comedy sollte man nicht so ernst nehmen. Es geht darum, einen Abend Spaß zu haben. Einfach locker machen“, so Amani. Und so nahm sie das Publikum mit auf die Reise in ihre Kindheit, die sich irgendwo zwischen Kultur und Konsum bewegte. Charmant erzählte sie witzige Anekdoten von „deutschen Pausenbroten und muslimischen Schultüten“, und erntete damit bei ihrem deutschen Publikum ein verschmitztes Lächeln und zustimmendes Kopfnicken bei „ihren Fans mit Migrationshintergrund“. Mit klaren Worten bewegte sich Amani durch ihr Soloprogramm und sorgte bei vielen Besucher/innen für offene Münder.
„Ich will nicht provozieren, aber unsere Generation heute redet nun mal so“, erklärte Amani. Eigentlich wollte sie auch kein Comedian werden, sie hätte „viel lieber ein Buch geschrieben“. Auf „offenen Bühnen“ gestartet, eroberte die 32-jährige innerhalb eines Jahres die Bühnen und TV-Studios. In diesem Jahr wurde sie als „Beste Newcomerin“ mit dem deutschen Comedy Preis ausgezeichnet. „In meiner Familie sind alle irgendwie lustig, ich gelte als eher nicht witzig und bin jetzt Comedian“, so Amani.