Elektro-Innung Burgdorf spricht zwölf Gesellen frei

Obermeister: „Nachfrage nach qualifizierten Handwerkern steigt“

ALTKREIS BURGDORF (dik). „Wenn Menschen, vor allem junge Menschen wie Sie, im Leben Erfolg haben, ist es wahrlich ein Grund zur Freude und ein Anlass zum Feiern“, begrüßte Günter May, Obermeister der Elektro-Innung Burgdorf, jetzt zwölf frisch gebackene Gesellen (Elektroniker, Fachgebiet Energie- und Gebäudetechnik) zu ihrer Freisprechungsfeier im Lehrter Restaurant „Zur Rübe“.
Froh gestimmt nahmen die Prüflinge in Anwesenheit ihrer Eltern, Familienangehörigen sowie Lehrmeister und Betriebsinhaber als krönenden Abschluss der dreieinhalbjährigen Ausbildungszeit ihre Gesellenbriefe und Zeugnisse entgegen. Astrid Winter, Koordinatorin des paritätisch besetzten Prüfungsausschusses, Knut Schardt, Beisitzer im Prüfungsausschuss,  Lehrlingswart Reinhard Zarach und  Obermeister Günter May, die alle in unterschiedlichen Funktionen die Prüflinge während der langen Ausbildungszeit begleitet hatten, übergaben diese wichtigen Dokumente an die neuen Gesellen. In diesem Jahr hatte ein Prüfling die Abschlussprüfung nicht bestanden.  Als bestem Prüfling konnten sie Felix Dreyer zu einem Prüfungsergebnis von 80,11 von möglichen 100 Punkten gratulieren.
Günter May geht davon aus, dass alle zwölf „neuen“ Gesellen, wegen ihrer fachlichen Qualifikation  entweder von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen  oder aber in Kürze in einem anderen Unternehmen Fuß fassen werden. Die Ausbildungsbetriebe wurden vom Obermeister ausdrücklich für ihre gute Ausbildungsqualität gelobt. Bestanden haben (die Ausbildungsbetriebe in Klammern): Chris Brömel (Stephan Macke, Isernhagen), Felix Dreyer (Jörg van Ditzhuyzen, Uetze), Daniel Heinrichs (Elektro Riera, Lehrte-Ahlten), Christian Juch (Jennert GmbH, Wedemark), Viktor Malachinski (Mi.Ra. Elektro, Hannover), Alexander Möhle (Günter May GmbH, Burgdorf)  Maikel Naujok (Albert Andresen, Uetze-Hänigsen), Julian Perschke (Schülke GbR, Burgdorf), Sebastian Peter,  (Jensen GmbH, Wedemark-Bissendorf), Rene Rhode (Schülke GbR, Burgdorf), Patrick Steffen (Detlef Jacobs, Lehrte) und Pascal Tallig (Jensen GmbH, Wedemark-Bissendorf).
Das Handwerk habe die Wirtschaftskrise allgemein sehr gut überstanden, resümierte Obermeister Günther May in seiner  Ansprache. Die Bewerberzahl sinke, die Nachfrage der Handwerksbetriebe nach qualifizierten Handwerkern werde jedoch steigen, prognostizierte er. So würden Fachkräfte im Handwerk auch von der Arbeitsagentur und ebenfalls von Zeitarbeitsfirmen dringend gesucht – oftmals ohne Erfolg, da der Facharbeitermangel enorm  zugenommen habe. Die Chancen für neue Fachkräfte stünden daher sehr gut, denn das Handwerk benötige händeringend qualifizierte Arbeitskräfte. Im Elektrohandwerk seien es insbesondere die erneuerbaren Energien, durch welche  Elektroniker  ganz neue berufliche Wege beschreiten können.
„Innerhalb von 120 Jahren hat sich unser Handwerk wie kein anderes rasant entwickelt.  Immer mehr neue Produkte und Technologien erobern immer schneller den Markt. Ob Photovoltaik, Solarthermie, Beleuchtungs-, Netzwerk-, oder Klimatechnik, Wärmepumpen, Digitale-Empfangs- oder  Einbruchmeldeanlagen sowie in Zukunft im Bereich  Autoverkehr – ohne uns läuft nichts“,  motivierte Günther May  die jungen Berufsanfänger.
Außerdem brachte der Obermeister  zum Ausdruck, dass die jungen Elektrofachkräfte nun für ihr Tun und Handeln selber verantwortlich seien: „Ständige Weiterbildung ist unabdingbar.  Ab sofort ist es nun Ihre Entscheidung, was Sie mit ihren Talenten und Fähigkeiten anfangen werden,“  so der Ratschlag des Innungsmeistes an die Berufsanfänger Er betonte: „Das Handwerk ist Deutschlands größter Arbeitgeber, Ausbilder und Steuerzahler und bildet das Rückrad unserer Volkswirtschaft. Eine Harmonisierung und Absenkung der Mehrwertsteuer für Handwerkerlöhne ist dringend erforderlich. Nur das bekämpft die Schwarzarbeit, bringt Aufschwung für unsere Wirtschaft und schafft versicherungspflichtige Arbeitsplätze.“
In einer  Kampagne, die über einen Zeitraum von fünf Jahren laufen soll, wird zurzeit für das  Deutsche Handwerk geworben. Mit  den in Fernsehwerbespots formulierten Sätzen „Am Anfang waren  Himmel und Erde, den ganzen Rest haben wir gemacht – Das Handwerk“ soll unter anderem die Notwendigkeit hochqualifizierter und differenzierter Gewerke in der modernen arbeitsteiligen Gesellschaft unterstrichen werden.

Die zwölf frisch gebackenen Gesellen im Elektro-Handwerk mit ihren Prüfern und Ausbildern: Stehend (v.l.) Markus May (Beisitzer im Prüfungsausschuss), Obermeister Günter May, Felix Dreyer, Alexander Möhle, Chris Böhme, Daniel Teirichs, Christian Juch, Victor Malachinski, Michael Naujock, Knuth Schardt (Beisitzer im Prüfungsausschuss) und Lehrlingswart Reinhard Zarach; vordere Reihe (v.l.) Astrid Winter, Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Julian Herschke, Sebastian Peter, Rene Rohde, Patric Steffen und Pascal Tallig.
Foto: Sabrina Dickhaeuser