Eine Zeitreise in die 1960er Jahre in Burgdorf

Willy Brandt trägt sich 1961 in das Goldene Buch der Stadt ein. (Foto: VVV)
 
Die Grundsteinlegung der Volksschule III im Jahr 1965. (Foto: VVV)

Stadtmuseum zeigt vom 28. November 2015 bis 31. Januar 2016 neue Ausstellung

BURGDORF (r/jk). „Mini, Mofa, Mauerbau – die 1960er Jahre in Burgdorf“ heißt die neue Ausstellung im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6), die der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf von Sonnabend, 28. November, bis Sonntag, 31. Januar 2016, im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) präsentieren. Fördernde Unterstützung leisten die Stadtwerke Burgdorf GmbH und die Stadtsparkasse Burgdorf. Die stadtgeschichtliche Schau lässt das sechste Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts in Burgdorf wiederaufleben. Für die Zusammenstellung ist ein VVV-Projektteam mit Christel Hoffmann-Pilgrim, Heidrun Rickert, Christoph Adolph, Anke Gehrke und Burkhard Wolters verantwortlich.
Die Eröffnungsveranstaltung findet am Sonntag, 22. November, um 16.00 Uhr statt. Den Einführungsvortrag hält Dr. Gerd Meier, Studiendirektor i. R.. Bürgermeister Alfred Baxmann eröffnet die Ausstellung. Bis zum 31. Januar gibt es ein umfangreiches Beiprogramm mit Führungen, Filmvorführungen, Gesprächsrunden, Museumscafé und einem Musikprogramm mit Daniel Fernholz. Zur ersten Führung lädt der VVV am Sonntag, 29. November, um 14.30 Uhr ein. Begleitend zur Ausstellung ist eine Broschüre erschienen, in der 24 Burgdorfer ganz persönlich geprägte Eindrücke vom damaligen Leben in ihrer Heimatstadt widergeben. Sie ist zum Preis von 4 Euro im Stadtmuseum erhältlich.
Ein Jahrzehnt des Aufbruchs
Pilzkopf-Frisuren und Pop-Art, Studentenunruhen und Winnetou-Filme - die sechziger Jahre in der Bundesrepublik waren ein Jahrzehnt des Aufbruchs und der Gegensätze. Politisch hoch explosiv prägten Kalter Krieg, Mauerbau und eine aufbegehrende Jugend das Jahrzehnt. Die Zulassung der Anti-Baby-Pille auf dem deutschen Arzneimittelmarkt markierte die sexuelle Befreiung der Frau und brachte bürgerliche Moralvorstellungen ins Wanken. Mit der Musik der Beatles hielten Popkultur und Pilzkopf-Frisuren Einzug in Deutschland. Doch wie erlebten die Burgdorfer die Zeit der 1960er Jahre? Auf diese Frage gibt die Ausstellung viel schichtige und facettenreiche Antworten. Eine breite Palette an originalen Exponaten sowie umfangreiche Bild- und Textdokumente und Zeitzeugenberichte vermitteln ein authentisches Bild von den damaligen Lebensumständen.
Willy Brandt im „Goldenen Buch“
Ausstellungssegmente über die Burgdorfer Stadtentwicklung und innerstädtische Bautätigkeit, Mode, Mobilität, Schulleben, Protestkultur, Kommunalpolitik, Freizeitaktivitäten und Urlaubsfahrten, Wohnungseinrichtung, Spielzeug und Kultur ergeben einen umfassenden Einblick in das Burgdorfer Leben der 1960er Jahre.
Informative Schautafeln klären über die allgemeinen zeitgeschichtlichen Hintergründe sowie das parallele Welt- und bundesdeutsche Geschehen auf. Letzteres strahlte am 30. Juni 1961 auch auf Burgdorf aus, als der Regierende Bürgermeister von Berlin und spätere Bundeskanzler Willy Brandt die Stadt besuchte und sich in das "Goldene Buch“ eintrug.
Auftritt der „Lords“
Wichtige Elemente der städtischen Bautätigkeit waren der Bau des „Hauses der Jugend“ (eröffnet am 28. April 1968), der Volksschule III in der Südstadt (eröffnet am 9. Januar 1967) und des Gymnasiums (Grundsteinlegung am 2. Mai 1969). Die Protestkultur der Burgdorfer Jugend manifestierte sich in erster Linie in der „Interessengemeinschaft der Jugend“, die am 6. Juni 1966 ein bis heute legendäres Beatkonzert mit der populären Band „The Lords“ im Stadionsaal veranstaltete und dabei einen Feuerwehreinsatz mit einer „Wasserkanone“ zur Abkühlung drängelnder Fans hervorrief. Am 1. Juni 1968 gelang es einem Rateteam der Stadt Burgdorf, den Titel „Unschlagbare Rätselstadt“ in der von Hans Rosenthal moderierten Rundfunkrätselsendung „Allein gegen Alle“ zu gewinnen. Als ein beliebter abendlicher Anlaufpunkt für unterhaltungssuchende Burgdorfer etablierte sich Ende der 1960er Jahre die Tanzbar „Black Horse“, die Besucher aller Altersklassen (ab 18) und sozialen Schichten über viele Jahre anzog und die Auftritte heute noch bekannter Künstler wie Howard Carpendale und Marianne Rosenberg erlebte.
Das Stadtmuseum ist sonnabends und sonntags von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Für Vereine und Gruppen besteht die Möglichkeit, Sonderführungen innerhalb der Woche mit VVV-Geschäftsführer Gerhard Bleich (Tel. 05136/1862) zu vereinbaren.

Anlage: Fotos