Eine gelungene Premiere

Prosit! - bei der öffentlichen Ortsratssitzung unter den Eichen ist zwischen den Tagesordnungspunkten ein Schlückchen „Hochprozentiges Pflicht. Ortsbürgermeisterin Ulla Träger bei ihrer Premiere mit Nele Degener, Karl-Heinz Dralle, Alfred Baxmann, Andreas Meyer und Joachim Höfner (v.r.). (Foto: Georg Bosse)
 
Nach der Begrüßung der Kartoffelmarktbesucher durch Carl Hunze (r.), wurde die traditionelle Erntekrone hochgezogen (l.). (Foto: Georg Bosse)

Ulla Träger leitete „hochprozentige“ Sitzung“ zum ersten Mal

OTZE (gb). Eine Radwanderung nach Celle mit Stadtrundgang, der Laternenumzug mit dem Feuerwehrmusikzug Ramlingen/Ehlershausen und dem Burgdorfer Fanfarencorps „Wikinger“ mit anschließendem Lagerfeuer auf dem Dorfplatz „Lindenbrink“ - mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm drehte sich in Otze in der vergangenen Woche mal wieder alles um die „tolle Knolle“.
Während der Otzer Wochen ist die „Ortsratssitzung unter den Eichen“ zu einer vertrauten Tradition geworden. Zahlreiche Dorfbewohner/innen waren am zurückliegenden Donnerstagabend auf dem zentralen „Lindenbrink“ erschienen, um der von Ortsbürgermeisterin Ulla Träger geleiteten Sitzung unter freiem Septemberhimmel beizuwohnen. Als Amtsnachfolgerin des Otzer Ortsbürgermeister-“Urgesteins“ Carl Hunze, war diese öffentliche Aussprache und Beratung eine Premiere für Ulla Träger. Carl Hunze hatte unterdessen in der „2. Reihe“ Platz genommen.
Katrin Beilken für die Grundschule Otze sowie der Vize-Vorstandssprecher des SV Hertha Otze, Gerhard Schmidt, wiesen mit eindringlichen Worten auf die große Raumnot bei Schule und Sport hin. Während Katrin Beilken den großen Raumbedarf mit künftig höher zu erwartenden Schülerzahlen, mit Platz für Inklusion und erforderlicher Sprachförderung begründete, meldete Schmidt Bedarf für einen zusätzlichen Gymnastikraum sowie für eine grundlegende Sanierung der Sporthalle an: „Nun muss etwas Handfestes passieren.“
Über die Notwendigkeit von entsprechenden Maßnahmen bestehe Übereinstimmung, antwortete Bürgermeister Alfred Baxmann, und: „Für Kita/Krippe und eine neue Schulmensa besteht Raumbedarf von 165 bzw. 160 Quadratmetern.
Darüber hinaus müssen beim hohen Sanierungsbedarf an der Sporthalle auch Barrierefreiheit und Brandschutz sowie der Sanitärbereich Berücksichtigung finden. Das alles ist für Politik und Verwaltung eine riesige Herausforderung. Deshalb wollen wir mit vorhandenen Mitteln noch in diesem Jahr einen externen Planer mit einem Konzept zur Gesamtlösung „Kita/Schule/Sport“ beauftragen.“
Für die Anwohner im Otzer Neubaugebiet hatte Ulla Träger eine optimistische Mitteilung: „Nach einer positiv verlaufenden Öffentlichkeitsbeteiligung zwischen dem 23. Oktober und dem 24. November, könnte mit dem Bau eines Spielplatzes im Frühjahr 2018 begonnen werden.“
Dem Abbau des öffentlichen Telefoniestandortes am Friedhof stimmte der Otzer Ortsrat einstimmig zu. Und die Barrieren des kleinen Tunnels, der Verbindung zwischen Klein-Otze und dem Kerndorf, werden ein wenig mehr auseinander gesetzt, damit Rollstuhlfahrer besser passieren können. Alles in allem war die traditionelle Ortsratssitzung unter den Eichen 2017 eine gelungene Premiere für Ulla Träger.
Bei sonnigem Herbstwetter hatte die siebentägige Otzer Woche mit dem bereits 34. Kartoffelmarkt am vergangenen Samstag ihren fröhlichen und kulinarischen Höhepunkt. Zahlreiche Besucher hatten daheim die Küche kalt gelassen, Messer, Gabel und Teller eingepackt und sich schon frühzeitig auf den Weg gemacht, um für die frischen Kartoffelpuffer, für herzhafte Bratkartoffeln mit Sülze vieles Leckeres mehr nicht so lange anstehen zu müssen. Da jedoch viele Kartoffelliebhaber diese Idee hatten, ging das natürlich schief. Schlangestehen auf dem
„Lindenbrink“ in Otze steht eben vor dem Genuss. „Für unsere Gäste ist der Kartoffelmarkt längst ein fester Termin in ihrem persönlichen Kalender“, weiß Carl Hunze, der das Dorffest vor 33 Jahren ins Leben gerufen hat.
Nachdem er die Gäste im Namen der ausrichtenden „Otzer Vereine & Verbände“ begrüßt hatte, wurde die traditionelle aus Korn geflochtene Erntekrone über die Köpfe der Warteschlange hinweg hochgezogen und das Orchester „Berggarten“ (Neustadt Rbg./Otternhagen) lieferte die musikalischen Beilagen dazu. Auf dem Kartoffelmarkt dürfen natürlich auch keine Kartoffelmajestäten fehlen.
Die werden nach gutem Brauch durch den Pokalwettbewerb „Kartoffelschälen“, bei dem Länge entscheidet, ermittelt. Friedhelm Döbel wurde mit einer 110 Zentimeter abgepellten Schale zum Wiederholungstäter und Otzer Kartoffelkönig 2017. Auch Gisela Dralle sind Königswürden nicht fremd. Sie schaffte 126 Zentimeter und so zur wiederholten Kartoffelkönigin. Im Teamwettbewerb belegten die „Otzenia“-Schützendamen (1133 Gesamtzentimeter)und die „Eisenmänner“ vom SV Hertha Otze (1114 Gesamtzentimeter) die Siegerplätze.