Eine Frischzellenkur für den Gospel

Joe Curtis begeisterte seine Zuhörer im Burgdorfer StadtHaus. (Foto: Joachim Lührs)

„Standing Ovations“ für Gospelsänger Joe Curtis

BURGDORF (r). Eine unkonventionelle musikalische Begegnung mit den Klassikern des Gospelgesanges erlebte das Publikum beim Auftritt des Sängers Joe Curtis im ausverkauften StadtHaus. Während bei den gewohnten Gospelkonzerten ein großer Chor auf der Bühne steht, waren es hier ein Mann und seine überwältigende Stimme, die die Zuhörer in den Bann zogen. In intimer Besetzung von Saxophon und Klavier begleitet, bot der aus Südafrika stammende Sänger ursprünglichen Gospel in unverfälschter Reinkultur. Dessen Essenz ist der musikalische Ausdruck einfacher lebensbejahender und optimistischer Frömmigkeit.
Schon mit dem ersten Song bewies der Künstler, dass er den Beinamen „Die Stimme Südafrikas“ nicht zu unrecht trägt. Schnell sprang der Gospelfunken auf das Publikum über, das mit begeistertem rhythmischen Klatschen die von Curtis´ angestimmten legendären Gospel-Klassiker begleitete. Den Konzertabend zeichnete aus, das altbekannte Lieder wie „The whole world“, „Ol´ Man River“, „Oh happy day“ oder „Down by the Riverside“ mit einer derartigen stimmgewaltigen Intensität so noch nicht zu hören gewesen waren.
Otto Staniloi am Saxophon und Peter Papritz am Klavier bewährten sich als bestens aufeinander eingestimmte musikalische Partner, die die Gesangslinien mit einfühlsamer Zurückhaltung begleiteten und durchgängig in den Vordergrund stellten. Mit seiner Band bot Joe Curtis eine musikalische Frischzellenkur für den Gospel, die am Schluss für enthusiastischen Beifall und „Standing Ovations“ des Publikums sorgte. Für den lang anhaltenden Applaus bedankte sich der Künstler, der zum ersten Mal in Burgdorf auftrat, mit einer Zugabe. Der Wahldeutsche Joe Curtis bewies eindrucksvoll, dass er zu den talentiertesten Jazzsängern im deutschsprachigen Raum gehört, für dessen Ausflug in den Gospel eine Wiederholung in dieser Stadt zu wünschen wäre.